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Traditionelle Wallfahrt nach Bergheim

Johannes Kreuels (79) gehört zu den Vorbetern der Wallfahrt und hält die Ereignisse jedes Jahr in der Pilger-Chronik fest. Foto: Wiljo Piel Johannes Kreuels (79) gehört zu den Vorbetern der Wallfahrt und hält die Ereignisse jedes Jahr in der Pilger-Chronik fest. Foto: Wiljo Piel
Neukirchener erfüllen 342 Jahre altes Gelöbnis

Neukirchen Weil sie wie durch ein Wunder vor der Pest gerettet wurden, pilgern die Gläubigen aus der St.-Jakobus-Pfarre seit 1677 nach Bergheim.

Anfang September werden Gläubige aus Neukirchen wieder zum Gnadenbild in Bergheim pilgern – so wie sie es ununterbrochen seit 342 Jahren tun. Die Menschen aus der Jakobus-Pfarre lösen damit ein uraltes Versprechen ein. Zum 70. Mal mit dabei ist Johannes Kreuels, der schon als Kind an der Wallfahrt teilnahm. Der 79-Jährige ist sich sicher: „Unsere Pilger-Tradition hat eine Zukunft.“

Mit dem Fußmarsch nach Bergheim erfüllen die Neukirchener ein altes Gelübde. Im Jahr 1677 war im Ort die „Disentery“ (Pest) ausgebrochen, die vielen Menschen den Tod brachte. Täglich wurden mehrere Leichen zum Friedhof getragen, die meisten Häuser im Dorf waren ohne Bewohner. Das beim Begräbnis übliche Totenläuten stellten die Neukrchener ein, um die Kranken nicht zu ängstigen.

In der Chronik heißt es dazu: „1677 pilgerten zur Absendung der gefährlichen und tödlichen Krankheit ,Disentery’ Gesunde der Pfarre Neukirchen-Hülchrath zum Gnadenbild der schmerzhaften Mutter nach Bethlehem-Bergheim. Als die Pilger nach sieben aufeinander folgenden Tagen zum siebten Mal zurückkehrten, war keiner mehr von der Krankheit ergriffen. So gelobten sie zum Dank für die Errettung diese jährliche Fußwallfahrt.“

Dieses vor 342 Jahren von ihren Vorfahren gegebene Versprechen haben die Neukirchener bis auf den heutigen Tag eingehalten. „Der zweite Sonntag im September trägt in der Pfarre den Namen ,Bergheimer Fest’“, sagt Johannes Kreuels. „Mit dieser Bezeichnung bringen wir eines zum Ausdruck: Es ist ein besonderer Tag, an dem wir uns dankbar erinnern, dass das beharrliche Gebet unserer Vorfahren erhört worden ist.“

Kreuels nahm schon als Kind an der Wallfahrt nach Bergheim teil. Heute organisiert er gemeinsam mit seinen Vorbeter-Kollegen Thomas Stenbrock und Steffan Offer den Fußmarsch nach Bergheim. Das Programm – vorher wurde lediglich der Rosenkranz gebetet – haben die drei im vergangenen Jahr erneuert, um den Weg abwechslungsreicher zu gestalten. „Wir beten, schweigen, singen und meditieren nun an drei Stationen die sieben Bitten im ,Vater Unser’“, beschreibt Kreuels. Beim Singen der 15 Lieder hilft ein Liedblatt, damit alle textsicher sind.

Zu Zeiten des Ersten Weltkriegs nahmen durchschnittlich 298 Neukirchener an Fußmarsch zur Schmerzhaften Mutter Gottes teil, in den Nachkriegsjahren 1945 bis 1958 waren es durchschnittlich 240. „In den vergangenen zehn Jahren nehmen lediglich 40 Neukirchener teil, obwohl die Gemeinde stark gewachsen ist“, berichtet Johannes Kreuels. Sorgen um die Tradition macht er sich aber nicht. „Ich bin davon überzeugt, dass auch in den nächsten Jahrzehnten noch genügend Leute aus dem Ort geben wird, die das alte Gelübde erfüllen“, meint der 79-Jährige. Was ihn freut: Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, fährt mit dem Auto nach Bergheim – „und das sind auch noch mal gut 40 Menschen“.

Bis Anfang der 1970er Jahre gingen die Neukirchener nach Bergheim hin und zurück – immerhin 50 Kilometer. Heute marschieren sie nur noch den Hinweg auf Schusters Rappen, retour geht’s mit dem Auto. „Für viele war die Strecke zu strapaziös“, beschreibt Kreuels. Und: Früher seien die Neukirchener auch mal froh gewesen, ihren Alltag zu unterbrechen und sich der Wallfahrt anzuschließen. „In Bergheim gab es eine Kegelbahn für die Männer, eine Milchbar und ein Freibad für uns Jugendliche“, erinnert sich Kreuels. „Das lockte an.“ Zudem stiftete das Pilgern auch Ehen. Kreuels’ Großvater Ludwig lernte auf dem Weg nach Bergheim seine spätere Ehefrau Magdalene kennen und lieben.

„Aus jedem Haus sollte mindestens einer dabei sein“ – mit diesen Worten warb der frühere Neukirchener Pastor Paul Scholl für die Wallfahrt. Johannes Kreuels ist da etwas bescheidener: „Es wäre schön, wenn sich möglichst viele finden würden, um das Gelöbnis unserer Vorfahren zu halten.“

Info
Am 9. September startet die nächste Wallfahrt
Termin  Am Sonntag, 9. September, pilgern die Neukirchener nach Bergheim. Treffpunkt ist um 5 Uhr auf dem Jakobusplatz.

Weg Der Fußmarsch führt über die Gillbachdörfer, ab Rommerskirchen auf dem Radweg parallel der B 477 bis nach Niederaußen  und durch das rekultivierte Braunkohlegebiet zum Gnadenbild in Bergheim.

Artikel der NGZ vom 17.08.2018
Von Wiljo Piel

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Kirchenmusiker radelt von Orgel zu Orgel

Er ist der Neue an der Orgel und freut sich auf die anstehenden Aufgaben: Georg Korte. Seit Oktober pendelt der gebürtige Sauerländer von Bonn täglich nach Grevenbroich. FOTO: Georg Salzburg Er ist der Neue an der Orgel und freut sich auf die anstehenden Aufgaben: Georg Korte. Seit Oktober pendelt der gebürtige Sauerländer von Bonn täglich nach Grevenbroich. FOTO: Georg Salzburg
Georg Korte ist als neuer Kirchenmusiker für den Seelsorgebereich Niedererft zuständig. Eigentlich als Organist. Jetzt aber versuchte er sich mal als Plätzchen-Bäcker. 
Als Kirchenmusiker gestaltet Georg Korte musikalisch die Gottesdienste. Das macht er in Wevelinghoven, Kapellen, Hemmerden, Neukirchen und Hülchrath. Weil dort gerade für die neue Orgel in der St. Sebastianuskirche gebacken wurde, wurde er spontan als Plätzchen-Bäcker mit eingespannt.
"Das geht in Ordnung, schließlich werde ich in Hülchrath an der neuen Orgel sitzen und habe somit den Nutzen", stellt der 33-jährige klar. Seit Oktober pendelt der gebürtige Sauerländer von Bonn täglich nach Grevenbroich. Hier, im Seelsorgebereich Niedererft, tritt er in die Fußstapfen von Patrick Kampf, der, wie er selbst, in Köln Kirchenmusik studierte. Schon bei der Backaktion, die im Hause Lys stattfand, merkte Korte, welchen Stellenwert die neue Orgel bei den Hülchrathern und den Menschen der umliegenden Orten hat. "Dass sie für mich als Kirchenmusiker wichtig ist, ist klar. Aber das Engagement des Orgelbauvereins, ist schon immens", staunt der 33-jährige. Einen Einblick in alle Gremien habe er natürlich noch nicht. Da müsse er abwarten, wie die Zusammenarbeit laufe.

Doch das Engagement und die offene Art der sehr engagierten Menschen, beeindruckt ihn sehr. "Wie hier bei Lys stehen die Türen buchstäblich offen, und man ist direkt mitten drin und gehört dazu", freut sich der Kirchenmusiker. Musik sei seine Leidenschaft und die Grenze zwischen Hobby und Beruf sei fließend - schon immer. In Heggen wuchs er auf, in Attendorn absolvierte er sein Abitur. In Köln studierte er Katholische Kirchenmusik, machte sein Diplom und seinen Master, ehe er die erste Stelle in Bonn antrat. Von Mai 2014 bis September 2017 war er als Kirchenmusiker in der Gemeinde Sankt Petrus in Bonn-Mitte tätig. Er leitete den Stifts-Chor, die Schola und das junge Vokalensemble an der Stiftskirche, ehe er jetzt in den Seelsorgebereich Niedererft wechselte.
Für Fußball, Joggen und Radfahren bleibt ihm als Pendler zwischen Bonn und Grevenbroich keine Zeit. Aber das will Korte wieder ändern, sobald er in der Nähe seines Arbeitsplatzes wohnt. "Ich stelle mir vor, die Orte mit den Fahrrad abzufahren", sagt er. Pater Bruno und andere sind bereits mit dem Rad unterwegs, er nutzt noch das Auto. "Das ist peinlich, wird sich aber bestimmt ändern."

Beruflich freut er sich auf die Jugendscholas und die Erwachsenenarbeit mit Chören. Da möchte er mit den bereits existierenden Angeboten arbeiten. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Andrea Prats (Organistin und Kinderchorarbeit), Thorsten Kaja (Organist) und Regina Weusthoff (Kapellener Regenbogenchor). Darüber hinaus setzt er auf Projektarbeit, die mit temporären Proben arbeitet. "Das kommt sehr gut an, weil sich die Menschen oft nicht langfristig binden möchten." Die Chorarbeit hat sich verändert, früher hatte "jedes Dorf einen Chor, der traditionell zum Herbstkonzert einlud und sehr eingebunden in das Pfarrleben war", weiß der Kirchenmusiker. Aber der Nachwuchs fehlt. Projektchöre, über Dorfgrenzen hinaus, sieht er als Chance - auch wenn nach dem Projekt nur fünf Leute hängen bleiben.

Von Ursula Wolf-Reisdorf
Quelle: NGZ
Dezember 2017

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Pfarrheim Neukirchen: Ärger wegen Nachtruhe

Weil es Ärger mit Nachbarn gab, muss das Pfarrheim von St. Jakobus früher schließen. Das Haus wird nur noch bis 22 Uhr vermietet.  FOTO: L. Berns Weil es Ärger mit Nachbarn gab, muss das Pfarrheim von St. Jakobus früher schließen. Das Haus wird nur noch bis 22 Uhr vermietet. FOTO: L. Berns
Nachbarn schalteten nach Lärm bei Veranstaltungen die Polizei ein. Konsequenz: Das Pfarrheim schließt bereits um 22 Uhr seine Türen. 
Lärm in der Nacht sorgt im Neukirchener Ortskern für Ärger. Einige Nachbarn des katholischen Pfarrheims schalteten, wie die Kirchengemeinde bestätigt, bei Veranstaltungen sowohl Polizei als auch Ordnungsamt ein. Die Pfarre sucht nun eine Lösung, wie auch in Zukunft einige Veranstaltungen im Pfarrheim bis in den späteren Abend gefeiert werden können. Betroffen ist auch der Bürgerschützenverein Neukirchen, der das Heim als Königsresidenz nutzt.

"Es gab bei einigen Veranstaltungen, für die wir das Pfarrheim vermietet hatten, berechtigte Beschwerden aus der Nachbarschaft. Das schlug extrem über die Stränge - teilweise bis drei oder vier Uhr", berichtet Peter Balzer, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchen-vorstandes von St. Jakobus. Balzer spricht von "einigen wenigen Nachbarn", die sich beschwert hätten. Nach Information der NGZ-Redaktion handelt es sich um Bewohner der vor wenigen Jahren errichteten "Jakobushöfe". Peter Balzer betont: "Das Ordnungsamt muss bei Störung der Nachtruhe tätig werden, und es hat uns erklärt: ,Stellt das ab, sonst müsst ihr mit ordnungsbehördlichen Maßnahmen rechnen'". Die Kirchengemeinde wolle kein Bußgeld in Höhe von mehreren tausend Euro riskieren. Und er betont: "Die Nachtruhe muss gewährleistet sein."
Mit den Nachbarn hat es laut Balzer ein erstes Gespräch gegeben. Zudem hat die Kirchengemeinde die Vermietungsbedingungen geändert: Das Heim wird nur noch bis 22 Uhr vermietet, dann ist Schluss. Bislang galt die Regelung, dass es nach 22 Uhr draußen ruhig bleiben muss sowie Türen und Fenster geschlossen sein sollen.
Die neue Begrenzung hat Folgen. "Wenn Miet-Interessenten erfahren, dass die Veranstaltung bereits um 22 Uhr zu Ende sein muss, sagen viele: ,Das haben wir uns aber anders vorgestellt'." Die Vermietung des Pfarrheims für runde Geburtstage und andere Anlässe bildet für die Kirchengemeinde zudem eine Einnahmequelle.

Wie geht's nun weiter? "Wir müssen mit der Stadt klären, welche Möglichkeiten bestehen, dass dort weiterhin eine bestimmte Zahl von Veranstaltungen möglich sein wird. Die Stadt hat uns mitgeteilt, dass das Heim als Altentagesstätte ausgewiesen ist - und dass Partys abends dafür sachfremd seien", berichtet Balzer. Zeichnet sich eine Lösung ab, soll es ein weiteres Gespräch mit Nachbarn geben. Bis zum Ende dieses Jahres solle eine Lösung gefunden sein.

Interesse daran haben auch die Schützen. "Seit vier Jahren stellen wir das Pfarrheim für die Königsresidenz zur Verfügung", erklärt Peter Balzer. Das trage dazu bei, dass der Bürgerschützenverein jedes Jahr einen König habe - weil er keine Räumlichkeit suchen muss. "Das ist für uns natürlich eine gut Sache", sagt Schützenpräsident Bernhard Padberg. Er hofft darauf, dass ein Kompromiss gefunden wird, der zumindest an zwei Tagen (Residenzeröffnung und Krönungsabend) ein längeres Feiern ermöglicht.

Quelle: NGZ
Von Carsten Sommerfeld und Wiljo Piel
November 2017


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In den Kirchen wird ein Jahr später gewählt

Leitender Pfarrer Meik Peter Schirpenbach will mit den Pfarrgemeinderäten und anderen Ideen für die Zukunft entwickeln und Inhalte erörtern. FOTO: L. Berns Leitender Pfarrer Meik Peter Schirpenbach will mit den Pfarrgemeinderäten und anderen Ideen für die Zukunft entwickeln und Inhalte erörtern. FOTO: L. Berns
Die Pfarrgemeinderatswahl wird auf 2018 verschoben. Die Mitglieder der Katholischen Kirche in Grevenbroich und Rommerskirchen sind erst im Herbst kommenden Jahres aufgerufen, die Pfarrgemeinderäte neu zu wählen. Pfarrer Meik-Peter Schirpenbach will mit den Teams über Inhalte, Visionen nachdenken. 
Die vier Seelsorgebereiche im Sendungsraum "Katholische Kirche Grevenbroich und Rommerskirchen" bilden damit eine Ausnahme. Überall im Erzbistum Köln stand nach vier Jahren in den Seelsorgebereichen jetzt die Neubesetzung der Pfarrgemeinderäte (PGR) an. An Erft und Gillbach dagegen bleiben die 2013 gewählten Pfarrgemeinderäte ein Jahr länger im Amt - mit Einverständnis von Rainer Maria Kardinal Woelki.

"Wir verschieben die Wahlen wegen des gerade angelaufenen Prozesses des Zusammenwachsens", erklärt der leitende Pfarrer Meik Peter Schirpenbach. Die Kontinuität komme diesem Prozess zugute, "und ich kann mich so besser als neuer Leitender Pfarrer mit Hilfe der Pfarrgemeinderäte einarbeiten", erklärt Schirpenbach.
Ende August hatte Meik Peter Schirpenbach, 1971 in Leverkusen geboren, sein Amt übernommen. Sein Aufgabenbereich mit mehr als 40.000 Katholiken in 21 Kirchengemeinden bildet die größte Seelsorgeeinheit im gesamten Erzbistum. "Ich habe mich mittlerweile in allen Kirchengemeinden, bis auf zwei, vorgestellt. Ich habe Einblicke erhalten und das Gefühl, am richtigen Ort zu sein - einen Überblick habe ich aber noch nicht", schildert Meik Peter Schirpenbach. Der Pfarrer weiß, dass es aufgrund der Neustrukturierung Ängste gibt, "dass hier eine Mega-Gemeinde entsteht". Doch Schirpenbach betont: "Ich möchte, dass jede Ortsgemeinde eigenständig erhalten bleibt, so lange die Menschen das wollen."

Doch er weiß auch um die zunehmende Bedeutung der Kooperation. Es gehe um die Frage, "wie es weitergehen soll, wie man den christlichen Glauben an die jüngere Generation weitergeben soll. Es geht um die Essentials des christlichen Glaubens - darum, klar zu machen, was man davon hat, Christ zu sein: ,Du kannst das Leben gelassener nehmen'", sagt Schirpenbach. Das aber komme faktisch in den einzelnen Gemeinden nicht immer rüber.

Gerade Kooperation trage dazu bei, auch die kleinen Pfarren zu erhalten. Als Beispiel nennt Schirpenbach gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei der Firmvorbereitung. "Oder die Jugendmesse, die wir jeden dritten Sonntag im Monat in St. Peter und Paul feiern. Dorthin kommen Jugendliche aus ganz Grevenbroich und Rommerskirchen." In diesem Prozess des Zusammenwachsens möchte der Pfarrer zunächst über Inhalte nachdenken, über "inhaltliche Visionen, aus denen sich dann Organisationsformen ergeben".

Einen etwas anderen Schwerpunkt sollen seiner Ansicht nach die PGR als Beratungsgremium des Pfarrers erhalten. "Faktisch ist es so, dass sich viele Pfarrgemeinderäte beispielsweise sehr mit Absprachen von Terminen, dem terminlichen Austausch zwischen den Gemeinden beschäftigen - das ist manchmal ermüdend. Ich wünsche mir, dass die Pfarrgemeinderäte mehr eine Denkfabrik sind", sagt Schirpenbach. Die Kirchenvorstände würden sich sozusagen um die "Hardware" kümmern, die Pfarrgemeinderäte um die "Software", also die Inhalte. "Wo wollen wir hin, was ist Christen wichtig, was wollen sie in die Gesellschaft einbringen? Wie können wir Menschen für uns gewinnen?", nennt er einige Fragen.

Doch Schirpenbach will solche Fragen nicht nur in den formellen Institutionen erörtern, er setzt beim Erarbeiten von Visionen auch auf offene Angebote - "vielleicht einmal monatlich abends". Und vielleicht komme dazu mancher Neue, der an einer Mitarbeit in der Kirche Interesse habe. "Laienarbeit wird wichtiger werden. Seelsorger und Laien müssen sich dabei auf Augenhöhe begegnen", sagt er. "Mir liegt viel daran, dass die Leute, die sich engagieren, Freude daran haben."

Quelle: NGZ
Von Carsten Sommerfeld
November 2017


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Pfarrer Schirpenbach wird vom Kreisdechanten ins Amt eingeführt

Meik Peter Schirpenbach wird am 27. August ins Amt eingeführt.  FOTO: ATI
Grevenbroich. Das hat es in Grevenbroich noch nicht gegeben: Für 21 Kirchengemeinden mit rund 41.000 Katholiken in der Schlossstadt und in Rommerskirchen wird Meik Peter Schirpenbach als leitender Pfarrer zuständig sein.
Zu seiner Einführung am Sonntag, 27. August, 17 Uhr, mit einer Messe in der katholischen Kirche St. Peter und Paul und anschließendem Empfang werden viele Besucher aus den vier Seelsorgenbreichen und auch Politiker erwartet. "Es wird eine große Veranstaltung für einen großen Sendungsraum", erklärt Daniel Gentner. Der Gemeindereferent aus der Pfarreiengemeinschaft Vollrather Höhe gehört dem Vorbereitungskreis für die Einführung mit Vertretern aus Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten an.
Die Einführung am letzten August-Sonntag hatte bereits Auswirkungen für eine andere Veranstaltung. Das Event "Playa Grevenbroich" vor dem alten Rathaus war zunächst für drei Tage geplant, wurde dann aber mit Blick auf die Einführung auf Freitag und Samstag verkürzt. Der Grevenbroicher Marktplatz ist Kirchengrund. Wie viele Menschen zu Schirpenbachs Einführung kommen werden, "können wir nicht abschätzen", sagt Gentner. Das Programm aber steht. "Zunächst wird der Pfarrer von Priestern, Diakonen, Messdienern sowie Fahnenabordnungen in seiner Wohnung am Ostwall abgeholt." Im Rahmen der heiligen Messe wird Kreisdechant Monsignore Guido Assmann - stellvertretend für den Erzbischof - Schirpenbach einführen. Dabei werde die Ernennungsurkunde von Rainer Maria Kardinal Woelki verlesen. Neben Assmann und Schirpenbach würden weitere Seelsorger die Messe gestalten, unter anderem dabei seien die bisherigen leitenden Pfarrer Jos Houben und Franz Josef Freericks, die künftig Pfarrvikare sind. Freericks wird bald in den Ruhestand gehen. Aus jedem der vier Seelsorgebereiche sollen darüber hinaus vier Messdiener dabei sein. Für die musikalische Gestaltung wurde ein Projektchor gebildet, Kirchenmusiker Sven Morche hat dafür laut Gentner die Lieder ausgesucht.

Nach der Messe soll Gelegenheit für Gespräch und Begegnung sein - der Empfang wurde wegen der vielen erwarteten Menschen vom Hof zwischen Kirche und Kindergarten auf den Marktplatz verlegt. Dort werden Pavillons aufgestellt. Wie Gentner erläutert, haben Bürgermeister Klaus Krützen und sein Rommerskirchener Kollege Martin Mertens zugesagt. Einladungen hätten etwa auch Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe und Landtagsabgeordnete Heike Troles erhalten. Gentner sieht die Einführung auch als "Beitrag für das Zusammenwachsen im Sendungsraum".

Von Carsten Sommerfeld, NGZ vpm 11.08.2017


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Hauptberuflicher Helfer für den Pfarrer

Johannes Kronen ist schon seit vielen Jahren ehrenamtlich in seiner Heimatgemeinde engagiert und jetzt hauptberuflich für die Kirche tätig.  FOTO: L. Berns Johannes Kronen ist schon seit vielen Jahren ehrenamtlich in seiner Heimatgemeinde engagiert und jetzt hauptberuflich für die Kirche tätig. FOTO: L. Berns
Johannes Kronen aus Korschenbroich ist seit dem 1. März im Seelsorgebereich Niedererft tätig und unterstützt Pfarrer Jos Houben in den Arbeitsbereichen, die mit Verwaltung zu tun haben.
Für den leitenden Pfarrer Jos Houben wird die Arbeit in den drei Grevenbroicher Seelsorgebereichen jetzt wieder etwas einfacher, denn seit dem 1. März ist Unterstützung da. Johannes Kronen hat seine Stelle als Verwaltungsleiter im Seelsorgebereich Niedererft angetreten. Er soll künftig die Seelsorger von Verwaltungstätigkeiten entlasten, so dass ihnen mehr Zeit für andere Aufgaben bleibt.

Einen weiten Arbeitsweg hat der neue Verwaltungsleiter nicht, Johannes Kronen kommt aus Korschenbroich. Der 50-Jährige ist gelernter Banker und war lange für die Sparkasse tätig, bevor es sich selbstständig machte und mit einem Partner eine Handelsgesellschaft für Recyclingkunststoffe führte.
Nun folgt ein Wechsel in eine komplett andere Richtung: "Ich fand die Aufgabe reizvoll", sagt Kronen, der sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich als Kirchenvorstand und im Kirchengemeindeverband von Korschenbroich engagiert. "Auch wenn es ein anderes Bistum ist - mit den Aufgaben bin ich vertraut", sagt Kronen.
"Ich bin sehr nett aufgenommen worden", berichtet der Verwaltungsleiter über seinen ersten Arbeitstag. "Alle freuen sich über die Unterstützung." Im Bewerbungsprozess hat Kronen sowohl Pfarrer Houben als auch Pfarrer Meik Schirpenbach kennengelernt, der zum 15. August dieses Jahres seinen Dienst als leitender Pfarrer aufnehmen wird. Zwei Vertreter der Gemeinde seien ebenfalls beim Gespräch dabeigewesen, so Kronen. "Im Januar war klar, dass ich die Stelle antreten werde."

In den kommenden Wochen, so sagt der neue Verwaltungsfachmann, werde er zunächst einmal viele Gespräche führen: "Ich werde die Kitas besuchen und mich in den Gremien vorstellen." Für die Kita-Mitarbeiter soll Kronen künftig die Dienstvorgesetztenfunktion übernehmen und unter anderem auch für Personalgespräche zur Verfügung stehen. Auch weitere Mitarbeiter, etwa in den Pfarrbüros, sollen von ihm geleitet werden. Schnellschüsse plant Kronen nicht: "Ich werde mir erst einmal ein Bild machen und dann Ziele formulieren." Eventuell könne an der einen oder anderen Stelle etwas neu oder anders organisiert werden. Der Verwaltungsleiter will "gemeinsam mit den Betroffenen überlegen, wo es Verbesserungspotenziale gibt." Auch mit dem Seelsorgeteam werde er natürlich eng zusammenarbeiten, kündigt Johannes Kronen an. Zudem ist ein Austausch auf Bistumsebene zwischen den Verwaltungsleitern geplant, die bis 2020 flächendeckend eingeführt werden sollen.

Zunächst aber wird Kronen sein Büro beziehen. Jetzt ist er einige Zeit provisorisch im Ersatz-Pfarrheim in Wevelinghoven untergebracht. Bis das neue Martinus-Forum fertig ist, wird der Verwaltungsleiter aber ein Büro in Hemmerden beziehen. Dort steht er als Ansprechpartner bereit und kümmert sich um das Organisatorische, das nichts mit der Seelsorge zu tun hat. Nebenher durchläuft er noch einige Fortbildungen und Qualifizierungen durch das Erzbistum. Pfarrer Houben hat unterdessen mehr Zeit, sich neuen Projekten zu widmen.

Von Anne Richter, NGZ

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Neues Martinus-Forum wird bald gebaut

So soll das neue Martinus-Forum einmal aussehen. Mit dem Bau wird voraussichtlich im Mai oder Juni begonnen. Das vom Erzbistum finanzierte Projekt wird rund zweieinhalb Millionen Euro kosten. FOTO: Knevels & Röttgen Architekten So soll das neue Martinus-Forum einmal aussehen. Mit dem Bau wird voraussichtlich im Mai oder Juni begonnen. Das vom Erzbistum finanzierte Projekt wird rund zweieinhalb Millionen Euro kosten. FOTO: Knevels & Röttgen Architekten
Rund 2,5 Millionen Euro kostet ein Bauprojekt der Wevelinghovener Pfarre, das Historisches mit Neuem verbindet. Für die Übergangszeit wird ein Treffpunkt in einem alten Blumenladen eingerichtet - damit das Pfarrleben weiter geht.
In einem ehemaligen Blumengeschäft am Kreisverkehr an der Eiche wird jetzt so etwas wie ein Ersatz-Pfarrheim eingerichtet. Helmut Coenen, Rolf Wirtz, Peter Schäfer und Dietmar Mausberg legen gemeinsam Hand an, um das Haus aus dem Jahr 1692 ehrenamtlich umzubauen. Für zwei Jahre soll es ein Treffpunkt für viele Wevelinghovener sein - so lange wird es mindestens dauern, bis dass das "Martinus-Forum" an der katholischen Kirche neu entsteht. Im Mai oder Juni beginnt der Bau des neuen Zentrums, das mit dem historischen Pfarrhaus und dem alten Pastorat verbunden wird. Kostenpunkt: rund zweieinhalb Millionen Euro.

Bisher diente ein Wohncontainer auf dem Kirchengelände als notdürftiger Treff. "Doch diese Anlage muss abgebaut werden, weil dort bald die Bauarbeiten beginnen", sagt Margret Peiffer vom Kirchenvorstand. Die Pfarre hat daher das leerstehende Blumengeschäft gemietet, das zurzeit von fleißigen Händen eingerichtet wird. In den hellen Räumen wird künftig nicht nur die Kinderbücherei zu finden sein, auch die Gruppen aus der Gemeinde - von der kfd bis zur Kolpingsfamilie - sollen dort einen Platz für ihre Versammlungen erhalten. "Inklusive Flachbildschirm, Internetanschluss und einer kleinen Kaffee-Bar", sagt Helmut Coenen. In zwei bis drei Wochen sollen die Umbauarbeiten für den "Martinus-Treff" beendet werden.
Margret Peiffer und Helmut Coenen im alten Blumenladen. FOTO: W. Piel Margret Peiffer und Helmut Coenen im alten Blumenladen. FOTO: W. Piel
Begonnen wird mit der Sanierung des denkmalgeschützten Pfarrhauses, das zur Zentrale des Seelsorgebereichs "Niedererft" umgebaut wird - inklusive Pfarrer-Wohnung im Obergeschoss. Was die Arbeiten erschweren wird: In dem Gebäude ist Asbest verbaut worden, das aufwendig entsorgt werden muss. Das nebenan liegende Pastorat von 1653 wird ebenfalls auf Vordermann gebracht. Das Kaminzimmer des Hauses - übrigens das älteste Steingebäude im Ort - soll künftig für Versammlungen und Treffen genutzt werden - "auch standesamtliche Hochzeiten können wir uns dort vorstellen", sagt Helmut Coenen.
Das historische Pastorat wird künftig das Bindeglied zwischen dem Pfarrhaus und dem Neubau sein, der von der Architektengemeinschaft Knevels & Röttgen aus Bornheim im Rhein-Sieg-Kreis entworfen wurde. "Das wird insgesamt eine schöne Anlage, die allen Wevelinghovener offen stehen wird - nicht nur uns Katholiken", betont Margret Peiffer. Herzstück des Neubaus wird ein Saal sein, der künftig von Firmen, Vereinen und Privatleuten auch für Veranstaltungen gemietet werden kann. Bereits vor einigen Monaten hat sich ein Pfarrverein gegründet, der für die Ausstattung des Gebäudes so viel Geld wie möglich sammeln will - für Stühle und Tische, aber auch für eine Multimedia-Anlage.
Mit dem "Martinus-Forum" wird auch der Frauen-Karneval wieder einen Veranstaltungssaal im Ort bekommen. Nach dem Abriss des alten Pfarrheims waren die jecken Damen nach Neukirchen umgesiedelt. "Zum Glück hat das gut geklappt", sagt Margret Peiffer: "Alle Sitzungen waren ausverkauft."

Von Wiljo Piel, NGZ


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Meik Schirpenbach wird leitender Pfarrer

Meik Peter Schirpenbach übernimmt die Seelsorgebereiche Vollrather Höhe, Elsbach/Erft, Niedererft und Rommerskirchen-Gilbach Meik Peter Schirpenbach übernimmt die Seelsorgebereiche Vollrather Höhe, Elsbach/Erft, Niedererft und Rommerskirchen-Gilbach
Grevenbroich. Der Bonner Jugendseelsorger Meik Peter Schirpenbach übernimmt die Seelsorgebereiche Vollrather Höhe, Elsbach/Erft, Niedererft und Rommerskirchen-Gilbach. Von Wiljo Piel
In den katholischen Kirchen an Erft und Gilbach wurde am Wochenende eine Personalentscheidung des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki verlesen: Dr. Meik Peter Schirpenbach wird zum 15. August seinen Dienst als neuer leitender Pfarrer aufnehmen. Er wird für die Pfarrbezirke Elsbach/Erft, Vollrather Höhe, Niedererft und Rommerskirchen-Gilbach mit mehr als 41.000 Katholiken zuständig sein. Diese Einheit wird damit die größte innerhalb des Erzbistums Köln sein.
Meik Peter Schirpenbach wurde im Mai 1971 in Leverkusen geboren. Er studierte Theologie, Philosophie sowie Kunstgeschichte in Bonn und im belgischen Leuven. Zum Priester geweiht wurde er 2003. Als Seelsorger wirkte der 45-Jährige bislang in Köln-Wahn, Frechen, Brühl und seit 2009 in Bonn als Stadtjugendseelsorger und als Pfarrvikar in der Innenstadtpfarre St. Petrus. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war der Aufbau der Jugendkirche Campanile in der Bonner Altstadt.

"Sobald es Pfarrer Schirpenpach zeitlich möglich ist, wird er sich dem Seelsorgeteam, den Gremienvertretern und den Gläubigen vorstellen", heißt es in dem Proklamandum des Erzbischofs, das in den heimischen Kirchen verlesen wurde. Wann der neue Pfarrer offiziell eingeführt wird, steht noch nicht fest. Der Termin werde zurzeit abgestimmt und in den Seelsorgebereichen rechtzeitig bekanntgegeben, heißt es.
Jos Houben, langjähriger Pfarrer für die Gemeinden rund um die Vollrather Höhe, hatte im Sommer vergangenen Jahres auch die Aufgabe des Pfarrverwesers in den beiden anderen Grevenbroicher Seelsorgebereichen übernommen. Mit dem Amtsantritt von Meik Peter Schirpenbach wird Houben diese leitende Funktion aufgeben und weiter mitarbeiten als Pfarrvikar in allen Seelsorgebereichen von Grevenbroich und Rommerskirchen. 2018 - dann ist er 70 Jahre alt - wird Jos Houben in den Ruhestand treten.

Was die Personalsituation in der Zukunft betrifft: Für Grevenbroich und Rommerskirchen gibt das Erzbistum Köln für die nächsten fünf Jahre eine Stellenzusage von mindestens sechseinhalb Priestern, einem Diakon sowie drei Gemeinde- oder Pastoralreferenten. Zur Entlastung sind darüber hinaus vier Verwaltungsleiter - also einer für jeden Seelsorgebereich - vorgesehen.

"Zurzeit sind wir personell noch überbesetzt", sagt Pfarrer Jos Houben: "Das wird sich aber nach und nach abbauen." Wie sich die künftige Arbeit in den vier Bereichen gestalte, stehe noch nicht fest. "Wie stellen wir uns als Seelsorger auf, welche Wege können wir gehen, wie leben wir Kirche und wie sieht sie in der Zukunft aus? Das sind Fragen, die uns zurzeit intensiv beschäftigen", sagt Houben.

Schon heute könne nicht mehr in jeder Kirche an jedem Wochenende ein Gottesdienst gefeiert werden. In Zukunft werde sich diese Situation noch verschärfen, sagt Houben: "Es wird zu einschneidenden Veränderungen kommen." Sein Bild: "Wir müssen sehen, dass wir das Schiff Grevenbroich gut durch die schmale Erft bekommen - in der es viel zu viele Wehre gibt."
NGZ, 9. Januar 2017

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Pfarrzentrum wird im Frühjahr gebaut

Das neue Pfarrzentrum wird mit dem historischen Pastorat (Mitte) und dem Pfarrhaus verbunden. Baustart soll im Januar oder Februar sein.   FOTO: Lothar Berns Das neue Pfarrzentrum wird mit dem historischen Pastorat (Mitte) und dem Pfarrhaus verbunden. Baustart soll im Januar oder Februar sein. FOTO: Lothar Berns
Katholiken in Wevelinghoven dürfen sich freuen: Mit 2,5 Millionen Euro vom Erzbistum Köln erhält die Pfarre St. Martinus einen neuen Treffpunkt. Ein Pfarrverein sammelt zurzeit Geld für die Innenausstattung des Hauses. Von Wiljo Piel

Im Herbst 2012 fiel das alte Pfarrheim dem Abrissbagger zum Opfer. Bis heute wurde kein Ersatz geschaffen. Das soll sich in absehbarer Zeit ändern: Voraussichtlich im Frühjahr 2017 soll in der Martinus-Gemeinde mit dem Bau eines neuen Domizils begonnen werden. Das mit etwa 2,5 Millionen Euro veranschlagte Gebäude ist am Klosterweg geplant, unweit der Erft und in unmittelbarer Nähe zum Pfarrhaus und dem historischen Pastorat. Der Clou: Die beiden Altbauten sollen mit dem neuen Zentrum verbunden werden.
Das Erzbistum Köln wird die Zeche für den Neubau übernehmen. Die Inneneinrichtung muss indes von der Pfarre gestemmt werden. "Das sind mindestens 50.000, eher 75.000 Euro, die wir zusammenbringen müssen", sagt Dietmar Mausberg. Er ist Schatzmeister eines neuen Pfarrvereins, in dem jeder Mitglied werden kann und der es sich zum Ziel gesetzt hat, so viel Geld wie möglich für die Ausstattung des Hauses zu sammeln. Das sei zurzeit allerdings etwas schwierig, meint Vorsitzender Helmut Coenen: "Denn viele Wevelinghovener glauben nicht mehr daran, dass das seit langem geplante Pfarrzentrum überhaupt noch gebaut wird." So will der Verein erst richtig aktiv werden, sobald im Januar oder Februar der erste Bagger auf dem Gelände hinter der Kirche steht.
Eigentlich sollte mit dem Bau bereits begonnen worden sein. Doch es gab Verzögerungen. Unter anderem verlor die Pfarrgemeinde ein Jahr, weil das Erzbistum Köln den Schwerpunkt auf seine Kindertagesstätten legte und alle anderen Projekte erst einmal auf Eis legte. Doch Coenen und Mausberg sind zuversichtlich, dass es in wenigen Monaten losgehen wird.
Das Zentrum mit einer Nutzfläche von etwa 350 Quadratmetern soll künftig allen Wevelinghovenern zur Verfügung stehen, nicht nur den Katholiken. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren wird darin zum einen das Zentralbüro für die fünf Gemeinden des Pfarrverbandes "Niedererft" untergebracht, andererseits sollen Jugend- und Veranstaltungsräume entstehen. "Die können künftig auch für Firmenpräsentationen genutzt werden", sagt Dietmar Mausberg. Aus diesem Grund sammelt der Verein auch für eine multimediale Ausrüstung des neuen Pfarrzentrums - Beamer, Internet-Anschluss und Flachbild-TV sollen zur Grundausstattung gehören. Herzstück des Gebäudes wird aber eine Küche sein, die am Schnittpunkt zwischen Neu- und Altbauten geplant ist. Auch dafür wird zurzeit gesammelt.
Dietmar Mausberg (l.) und Helmut Coenen vom neuen Pfarrverein.   FOTO: Berns Lothar Dietmar Mausberg (l.) und Helmut Coenen vom neuen Pfarrverein. FOTO: Berns Lothar
Bei Null anfangen muss der Pfarrverein jedoch nicht. Die katholischen Frauen von der kfd haben bereits eine namhafte Spende überwiesen, zudem hat ein Wevelinghovener zu seinem 75. Geburtstag auf Geschenke verzichtet und um Geld für die Pfarrheim-Ausstattung gebeten. "Darauf können wir aufbauen", sagt Vorsitzender Coenen. Er selbst hat einen Fotokalender mit Motiven von Wiesen und Feldern rund um Wevelinghoven zusammengestellt, der "Flurstücke" heißt und für sechs Euro verkauft wird. Gemeinsam mit der Journalistin Birgit Wilms wird Coenen zudem am 22. November zu einem Talk mit Diakon Willibert Pauels alias "Ne bergische Jong" ins Martinus-Seniorenstift einladen. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden fürs Pfarrheim gebeten.
Wie das neue Gebäude einmal aussehen wird, bleibt vorerst offen. In Kürze aber will der Architekt eine 3-D-Animation des Hauses vorlegen. "Dann werden wir auch einmal etwas zum Vorzeigen haben", sagt Dietmar Mausberg.

NGZ 7.10.2016

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Pfarrer Lorenz verlässt nach 32 Jahren die Stadt

Heinz-Theo Lorenz verlässt Neukirchen und Grevenbroich. Heinz-Theo Lorenz verlässt Neukirchen und Grevenbroich. "Ich hatte immer das Gefühl, zu Hause zu sein, akzeptiert zu werden", sagt er. FOTO: NGZ-Foto. L. Berns
Morgen wird der 70-Jährige von der Pfarreiengemeinschaft Niedererft verabschiedet. Künftig leitet Jos Houben alle drei Seelsorgebereiche.

Die Möbel in der neuen Wohnung in Neuss-Meertal stehen bereits, etliche Umzugskartons müssen noch ausgepackt werden. 32 Jahre lang hat Pfarrer Heinz-Theo Lorenz im weißen Haus am Jakobusplatz in Neukirchen gelebt, am morgigen Sonntag wird er als leitender Pfarrer mit einem Gottesdienst ab 14 Uhr im Pfarrgarten in Neukirchen von vielen Menschen der Pfarreiengemeinschaft Grevenbroich-Niedererft verabschiedet. "Ich bin gespannt, was mich erwartet", sagt Lorenz.
Das Wochenende ist eine Zäsur nicht nur für ihn. Ab heute übernimmt Pfarrer Jos Houben als Pfarrverweser die kommissarische Leitung der Pfarreiengemeinschaft Niedererft - und wird damit leitender Pfarrer aller drei Seelsorgebereiche in der Stadt mit insgesamt 16 Kirchengemeinden sein.

Für Lorenz bedeutet der Umzug die Rückkehr in die Heimat. "Ich bin ein Neusser", sagt er. 1975 erhielt er die Priesterweihe, 1984 kam Lorenz nach Neukirchen, übernahm auch die Nachbarpfarre in Hülchrath. Später wuchs sein Wirkungskreis um drei weitere Gemeinden in Wevelinghoven, Kapellen und Hemmerden. "Ich hatte immer das Gefühl, zu Hause zu sein, akzeptiert zu werden", betont er. Ein kleiner Stein der Hülchrather Kirche, vermutlich vor Jahren vom Giebel gefallen, zieht mit ihm nach Meertal.
In seine bisherige Wohnung am Jakobusplatz soll im November der neue Pfarrvikar, Andreas Schönfeld, einziehen. Das wird nicht die einzige Veränderung bleiben. In den drei zusammenrückenden Seelsorgebereichen - auch der Bereich Rommerskirchen-Gilbach wird dazu stoßen - wird überlegt, wie die Kooperation künftig ausgestaltet werden kann. "Die 16 Seelsorger sollen künftig für alle drei Seelsorgebereiche zuständig sein, für den gesamten pastoralen Raum ernannt werden", erläutert Pfarrer Jos Houben. Allerdings werde es Schwerpunkte geben, wo der einzelne leben und wirken werde. Wie die seelsorgerische Arbeit künftig verteilt wird, stehe noch nicht fest. "Das ist noch im Fluss. Wir hatten am Mittwoch ein Großteamgespräch, haben vorgefühlt, wer was alles gemacht hat." Die Bildung von Kleinteams sowie von Fachteams, etwa für Jugendarbeit, seien geplant. Bei den Überlegungen für die Aufgabenteilung müssten auch die Pfarrgemeinderäte einbezogen werden.
Entlastet werden soll das Seelsorgeteam durch drei neue Verwaltungsleiter - für jeden Bereich einen. "Das Generalvikariat in Köln wird uns dafür Personalvorschläge machen. Ich hoffe, dass sie bis Ende des Jahres die Arbeit aufnehmen können", sagt Houben. Die drei sollen Aufgaben in der Verwaltung und Organisation übernehmen, als Vertreter des Trägers für die Kindergärten sowie als Vertreter des Dienstherrn für kirchliche Mitarbeiter außerhalb der Seelsorge fungieren.

Und was macht Heinz-Theo Lorenz? Bald steht für ihn ein Urlaub in Bayern an, er wandert gern. In der Seelsorge wird er weiter aktiv sein - er wird das Johannes-von- Gott-Seniorenpflegeheim der St. Augustinus-Kliniken in Neuss betreuen.

Carsten Sommerfeld (NGZ)
1. Oktober 2016


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Orgel für Hülchrather Kirche ist jetzt bestellt

Die gemeinsamen Bemühungen haben Erfolg: Die Orgel ist bestellt. Bis zur Lieferung dauert es noch, zunächst wird jetzt der Kirchenraum saniert.  FOTO: lber Die gemeinsamen Bemühungen haben Erfolg: Die Orgel ist bestellt. Bis zur Lieferung dauert es noch, zunächst wird jetzt der Kirchenraum saniert. FOTO: lber
In der Gemeinde St. Sebastianus stehen zwei Großprojekte an: Die Kirchensanierung hat begonnen - und die neue Orgel wurde bestellt. Von Carsten Sommerfeld
Gestern Abend packten Hülchrather in der Kirche St. Sebastianus an, um die Bänke aus dem Gotteshaus zu schaffen. In der nächsten Woche wird das Gerüst für die Sanierung aufgebaut, dann werden Risse im Gewölbe verpresst und verputzt, wird der Kirchenraum gestrichen. Kurz vor Weihnachten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Deutlich länger wird es dauern, bis das zweite Großprojekt in der Pfarrkirche - die neue Orgel - verwirklicht ist. Ein wichtiger Schritt ist jetzt getan. In dieser Woche wurde bei der Firma Weimbs Orgelbau in Hellenthal in der Eifel die Orgel bestellt. Die Finanzierung des 223.000 Euro teuren Instruments steht - ein Kraftakt. Das Erzbistum hat die Baugenehmigung erteilt. Die Zeit, bis die Orgel spielbereit aufgebaut ist, kann bis zu 40 Monate betragen. Die Pfarre rechnet damit, dass sie 2018/19 aufgestellt wird.
Damit ist der Erfolg vieler Bemühungen endlich absehbar, 2005 entstand die Idee für die Anschaffung auf einem Pfarrfest. Das alte Instrument, das nun in Polen steht, wies erhebliche Mängel auf. "Es war mein Wunsch, dass wir die neue Orgel noch in meiner Amtszeit bestellen können", sagt Pastor Heinz Theo Lorenz zufrieden. Am Sonntag wird er als Pfarrer des Seelsorgebereichs verabschiedet.
Die neue Orgel wurde mit Bedacht ausgewählt. "Wir wollten ein Instrument, das die bisherige Orgellandschaft im Seelsorgebereich ergänzt", erklärt Seelsorgebereichsmusiker Patrick Kampf. "Von butterweich bis knackig-kernig" würden die Klangfarben der neuen Orgel reichen. Zudem sei sie für einen voll besetzten Kirchenraum ebenso geeignet wie für wenige Besucher.
Das bestellte Instrument mit zwei Manualen weist zunächst zwölf Register mit rund 860 Pfeifen auf. Vier weitere Register können nachträglich installiert werden, wenn die Finanzlage es zulässt. Die größte Hürde war nämlich die Finanzierung. Zunächst trieb ein Arbeitskreis, dann der Orgelbauverein das Projekt voran. Spenden wurden gesammelt, Plätzchen und Bilder verkauft, Liederabende, Konzerte und die Reihe "Musik unter Sternen" organisiert. 123.000 Euro hat die Gemeinde insgesamt zusammengebracht. "Vom Erzbistum erwarten wir einen Zuschuss von mindestens 40.000 Euro", sagt Karl Josef Wening vom Kirchenvorstand. Der restliche Betrag soll aus weiteren Spenden sowie aus einer kircheninternen Anleihe finanziert werden, Hülchrather haben dafür Bürgschaften übernommen. "Die Bemühungen um Spenden müssen mit derselben Kraft weitergehen wir bisher", betont Wening.
Auch Peter Lys, Vorsitzender des Orgelbauvereins, freut sich über den Kauf, räumt aber ein: "Unsere Anstrengungen haben Nerven und manche Freundschaft gekostet. Wir haben großen Zuspruch erfahren", aber nicht jeder stimme zu, dass Hülchrath in einer Zeit, wo anderswo Kirchen geschlossen würden, eine neue Orgel braucht. Laut Wening macht es gerade jetzt Sinn, ein Zeichen zu setzen. "Wir wollen die Kirche als Mittelpunkt erhalten, und dazu gehört auch eine Orgel."

NGZ 30. September 2016


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Neue Konzertreihe in fünf Pfarren

Patrick Kampf an der Orgel der Kapellener Clemens-Kirche.  Foto: Salz Patrick Kampf an der Orgel der Kapellener Clemens-Kirche. Foto: Salz
Grevenbroich. Patrick Kampf will das Sebastianushaus in Hülchrath künftig verstärkt für musikalische Veranstaltungen nutzen. Der Kirchenmusiker der Pfarrverbandes Niedererft hat eine neue Kammermusik-Reihe ins Leben gerufen, die am Freitag, 11. März, beginnt.
"Hülchrath hat einen wunderbaren Saal mit einem Flügel. Es wäre eine Verschwendung, wenn wir ihn nicht für Konzerte nutzen würden", sagt der 29 Jahre alte Düsseldorfer.
Zum Auftakt der Reihe werden Daniel Troue und Michael Krebs um 19.30 Uhr in Hülchrath spielen. Die beiden Kölner Studenten der Hochschule für Musik und Tanz werden einen Abend am Klavier gestalten - mit Werken von Bach, Haydn, Beethoven und Debussy. Das Fortsetzungs-Konzer ist bereits festgezurrt worden: Am Freitag, 1. April, gastieren die Pianisten Melissa und Ingmar Schwindt im Sebastianushaus. "Künftig werden an dieser Stelle regelmäßig Kammermusik-Abende stattfinden", sagt Patrick Kampf. Er möchte einen möglichst hohen Qualitätsstandard halten - "ohne uns finanziell zu überwerfen".
Letztlich soll die Musikreihe (Eintritt: acht Euro) nämlich auch einen Beitrag zur Finanzierung der neuen Kirchenorgel abwerfen. "Daher unterstützen wir diese Musikreihe natürlich nach besten Kräften", sagt Peter Lys vom Orgelbauverein.
Parallel zu den Kammermusik-Abenden im Sebastianushaus sollen auch in den Kirchen des Pfarrverbandes Niedererft hochwertige Konzerte stattfinden. Das erste ist am Sonntag, 17. April, in St. Martinus Wevelinghoven geplant. Dann wird dort der Wuppertaler Kammerchor "Cantus Novan" mit der Sopranistin Ulrike Plänker auftreten. Unter dem Titel "Von nun an bis zur Ewigkeit" wird ab 17 Uhr geistliche Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy geboten.
"Unser gemeinsames Ziel ist es, das kulturelle Leben in den fünf zum Seelsorgebereich gehörenden Gemeinden zu bereichern - und das möglichst einmal im Monat", sagt Peter Lys. Denkbar seien nicht nur Klavier, sondern auch Harfen- oder Bläserkonzerte.

(wilp)
NGZ, 3.3.2016

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Spritzgebäck für eine neue Orgel in St. Sebastianus

Backen Plätzchen im Akkord: Kirchenmusiker Patrick Kampf (Mitte) mit Margriet und Peter Lys vom Hülchrather Orgelbauverein. FOTO: anja tinter Backen Plätzchen im Akkord: Kirchenmusiker Patrick Kampf (Mitte) mit Margriet und Peter Lys vom Hülchrather Orgelbauverein. FOTO: anja tinter
Grevenbroich. Zugegeben: Durch den Verkauf von 1500 Plätzchen lässt sich keine neue Orgel finanzieren. Aber das Projekt des Orgelbauvereins St. Sebastianus Hülchrath könnte durch die Plätzchen-Aktion wieder in Schwung kommen. Die 30 Vereinsmitglieder wollen nichts unversucht lassen - schließlich soll ihre alte Kirchenorgel heute abgebaut und vorübergehend durch ein Harmonium ersetzt werden.
"Wir haben schon rund 150.000 Euro für die neue Orgel zusammen. Das reicht aber noch nicht", sagt Kirchenmusiker Patrick Kampf, der seit August in der katholischen Kirche spielt und jetzt die Idee hatte, mit dem Verkauf von Plätzchen wieder frischen Wind ins Orgel-Projekt zu bringen.
Gesagt, getan: Am Wochenende wurde fleißig gebacken und das Haus von Orgelbauvereins-Chef Peter Lys in Mühlrath kurzerhand zur Weihnachtsbäckerei umfunktioniert. Insgesamt waren dort sechs Orgelfreunde mit dem Backen beschäftigt. "Das Rezept für unser Spritzgebäck mit Schoko-Überzug stammt von meinem Großvater und ist mehr als 100 Jahre alt", erzählt Kirchenmusiker Patrick Kampf.
Insgesamt schob er mit den Lys' 1500 Teiglinge in den Ofen, die jetzt zu fünft in kleine Tütchen verpackt und zum Preis von einem Euro nach den Messen im Pfarrverband Niedererft verteilt werden sollen. "Das Gebäck passt gut zur Adventszeit. Und wir hoffen natürlich, dass der Verkauf für einen neuen Spendenschub sorgt", erzählt Peter Lys, der an der Spitze des 2005 gegründeten Orgelbauvereins steht.
Der "Orgelschmaus", wie der Verein seine Plätzchen liebevoll taufte, soll an den nächsten Adventswochenenden nach den Sonntagsmessen in Hülchrath, Neukirchen, Hemmerden und Wevelinghoven verteilt werden. Auch bei der Öffnung von Adventsfenstern sollen Vereinsmitglieder vertreten sein. Informationen zum Verein und zur Aktion gibt es im Internet unter www.orgelspenden.de.

(cka)
NGZ, 7.12.2015

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Kirche sagt ihren Ehrenamtlern "Danke"

Ehrenamtlerin Stephanie Gehring, Diakon André Kleinen, die Gemeindereferenten Christian und Maria Albini, Pastor Theo Lorentz und Jutta Köchner (v.l.). Foto: cka Ehrenamtlerin Stephanie Gehring, Diakon André Kleinen, die Gemeindereferenten Christian und Maria Albini, Pastor Theo Lorentz und Jutta Köchner (v.l.). Foto: cka
Grevenbroich. Die Pfarreiengemeinschaft Niedererft organisierte jetzt erstmals für rund 250 Helfer aus ihren fünf Gemeinden einen "Dankeschön-Abend". Die Aktion diente auch der Vernetzung. Viele Ehrenamtler unterstützen die Kirche seit Jahren.
"Gemeinsam sind wir stark" - das ist eigentlich ein abgegriffener Spruch. Aber einer, der laut Pastor Heinz-Theo Lorentz perfekt zur Pfarreiengemeinschaft Niedererft passt. Mehr als 580 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in den fünf Gemeinden - teilweise seit etlichen Jahren. "Es gibt insgesamt 46 verschiedene Bereiche, in der uns Ehrenamtler unterstützen", sagt Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Jutta Köchner. Sie und ihre Kollegen wollten den freiwilligen Helfern "mal etwas zurückgeben" und hatten deshalb alle Unterstützer erstmals zu einem großen "Dankeschön-Abend" mit Buffet, Musik und Kabarett-Programm ins Hemmerdener Festzelt eingeladen.

Rund 250 Menschen, die sich in den einzelnen Gemeinden engagieren, waren der Einladung gefolgt. "Uns geht es bei dem Abend in erster Linie darum, zu danken. Aber wir wollen auch die Vernetzung der einzelnen Kirchengemeinden fördern", erzählt Jutta Köchner, die selbst überrascht war, wie viele Ehrenämter es in der Pfarreiengemeinschaft Niedererft gibt. "Dazu zählen etwa Menschen, die im Kirchenchor singen. Aber auch die Frauengemeinschaften und die Soziallotsen", erklärt sie. Durch die Vielfalt könne die Gemeinschaft Stärke zeigen.
Das Thema Ehrenamt rückt immer mehr in den Fokus vieler Pfarreiengemeinschaften. "Auch bei uns macht sich bemerkbar, dass sich immer weniger Ehrenamtler finden, die sich langfristig engagieren möchten. Bei Projektarbeiten, die über einen gewissen Zeitraum gehen, finden wir meist viele freiwillige Helfer", berichtet die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende. Pastor Heinz-Theo Lorentz, der sich nächstes Jahr in den Ruhestand verabschiedet, würdigte das Engagement beim "Dankeschön-Abend" wie immer humorvoll und präzise mit den Worten: "Es gibt viel zu tun. Aber wir sind ja auch viele."

Noch nie kamen so viele Ehrenamtler auf einmal zusammen. "Wir haben uns natürlich schon immer bei den Helfern in den einzelnen Gemeinden bedankt. Jetzt konnten wir aber erstmals die Chance nutzen, zwischen der Spätkirmes und dem Bezirkskönigsehrenabend das Hemmerdener Festzelt zu nutzen", erklärt Jutta Köchner, die derzeit mit Diakon André Kleinen und Stephanie Gehring eine Fortbildung zum Thema "Ehrenamt in der katholischen Kirche" besucht, in der es etwa um die Neugewinnung und Förderung der Freiwilligen geht.

Zu den Ehrenamtlern, die am Freitagabend im Festzelt waren, zählen auch die Soziallotsen Franziska Zimmermann aus Wevelinghoven und Walter Zimmermann aus Kapellen. Sie helfen immer mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr in der Kapellener Altenstube Menschen mit Problemen, vermitteln sie an Hilfsstellen. "Der Abend ist eine schöne Anerkennung unserer Arbeit", sagt Franziska Zimmermann. Ähnliches berichten die Pfarrgemeinderatsmitglieder Doris Leusch und Theo Lys. Sie sehen sich als Bindeglied zwischen Gläubigen und Ehrenamtlern. "Wir setzen uns dafür ein, die Gemeinden vor dem gläubigen Hintergrund lebendig zu gestalten", erzählt Doris Leusch, die seit 37 Jahren in der Kirche aktiv ist.

von Christian Kandzorra
NGZ, 26.10.2015

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Neuer Kirchenmusiker für 'Niedererft'

Patrick Kampf ist neuer Seelsorgebereichsmusiker in der Pfarreiengemeinschaft Niedererft mit fünf Gemeinden von Neukirchen bis Wevelinghoven. FOTO: G. Salzburg Patrick Kampf ist neuer Seelsorgebereichsmusiker in der Pfarreiengemeinschaft Niedererft mit fünf Gemeinden von Neukirchen bis Wevelinghoven. FOTO: G. Salzburg
Grevenbroich. Die Pfarreiengemeinschaft Niedererft hat jetzt einen neuen Seelsorgebereichsmusiker, Patrick Kampf (28) hat die Nachfolge von Sven Morche angetreten. Er hat schon mehreres Neues angestoßen - etwa den "Musikherbst Niedererft".
Einen Projektchor für ein Weihnachtsoratorium will er in der nächsten Woche ins Leben rufen sowie eine Frauenschola - und eine Konzertreihe ist auch schon geplant. Viel vorgenommen hat sich Patrick Kampf, der neue Seelsorgebereichsmusiker in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Niedererft. Sein Vorgänger Sven Morche hat nun die gleiche Aufgabe im Nachbar-Seelsorgebereich Elsbach-Erft übernommen. Zunächst war Patrick Kampf für eine Übergangszeit in den Grevenbroicher Norden gekommen. Seit vergangener Woche steht fest, dass er auf Dauer für die Musik im Seelsorgebereich mit fünf Pfarren zuständig ist. Zunächst hatte Patrick Kampf eine Lehre als Bankkaufmann absolviert. "Doch dann habe ich mich für die Kirchenmusik als Beruf entschieden, ich hatte vorher bereits in Kirchen im Münsterland an der Orgel gespielt", erzählt der 28-Jährige, der in Rheine aufwuchs und heute in Düsseldorf-Flehe lebt. Im Sommer hat er sein Kirchenmusik-Studium in Köln abgeschlossen.
In Grevenbroich gestaltet Patrick Kampf, der in der Freizeit gern im Allgäu wandert, zusammen mit Andrea Prats und Thorsten Kaja die Gottesdienste musikalisch. Aber auch mehrere Chöre sind im Seelsorgebereich aktiv - neben zwei Kinderchören in Hülchrath und Wevelinghoven die Chorgemeinschaft Niedererft, die Seniorenkantorei "Andante" und eine Choralschola für Männer. Hinzu kommt der Kapellener Regenbogenchor unter Leitung von Regina Weusthoff.
Unter Vorgänger Sven Morche war die Chorlandschaft im Seelsorgebereich umfassend umstrukturiert worden, er konnte zudem neue Mitglieder gewinnen. Patrick Kampf kann darauf aufbauen. Er will mit Andrea Prats die Kinderchor-Arbeit ausbauen, auch in Kapellen soll eine Gruppe entstehen. "Wenn man Menschen ans Singen heranführen möchte, sollte man früh damit beginnen. Leider wird in vielen Familien heute nicht mehr gesungen", so Kampf. Auch für die Erwachsenen ist Neues geplant - etwa eine Choralschola, die in der Liturgie einstimmige Choräle singt, für Frauen. Wer mitmachen will: Die Frauenschola trifft sich ab dem 21. Oktober in Hülchrath. In der kommenden Woche laufen dort auch die Proben des neuen Projektchores für das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns (1835-1921) an. Das wird am Sonntag, 27. Dezember, 17 Uhr, in der Hülchrather Pfarrkirche zu hören sein.
Bereits fertig sind Ankündigungsflyer für eine neue, dreiteilige Konzertreihe "Musikherbst Niederrhein" im November. Den Auftakt bildet am Freitag, 6. November, 19.30 Uhr, ein Orgelkonzert von Alexander Toepper, Kirchenmusiker in St. Lamberti in Münster, in der Kirche St. Martinus in Wevelinghoven. Der Erlös der Konzerte soll in Orgelprojekte fließen. "Es wäre schön, wenn wir in den nächsten ein, zwei Jahren eine neue Orgel für die Hülchrather Kirche anschaffen können. Die alte ist in Teilen defekt, klingt schrill," so Patrick Kampf. Langfristig müsse aber auch die Orgel in St. Clemens in Kapellen erneuert werden.

von Carsten Sommerfeld
NGZ, 15.10.2015

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Feierstunde: Heinz-Theo Lorenz vor 40 Jahren zum Priester geweiht

Pastor Heinz-Theo Lorenz wurde vor 40 Jahren zum Priester geweiht. Seit 30 Jahren ist der Neusser in der Pfarre St. Jakobus zu Hause.  FOTO: A. Tinter Pastor Heinz-Theo Lorenz wurde vor 40 Jahren zum Priester geweiht. Seit 30 Jahren ist der Neusser in der Pfarre St. Jakobus zu Hause. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Viele Gäste aus fünf Pfarren gratulierten dem 69-Jährigen gestern zum Jahrestag. Der Pastor plant, im nächsten Jahr in den Ruhestand zu treten.

Im alten Pfarrhaus von 1786 ist er seit vielen Jahren zu Hause. Am Jakobusplatz in Neukirchen fühlt sich Heinz-Theo Lorenz heimisch. Doch im Herzen ist der Pastor immer ein Neusser geblieben, denn dort erblickte er vor 69 Jahren das Licht der Welt. Wenn die Nachbarstadt ihr großes Schützenfest feiert, ist Heinz-Theo Lorenz dabei - "und zwar vom ersten Böllerschuss am Samstag bis zum Glockengeläut in der Dienstagnacht", sagt er.
Dass die Katholiken aus dem Pfarrverband "Niedererft" den bekennenden Neusser als einen der ihren betrachten, wurde einmal mehr gestern deutlich: Zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum erschienen viele Gäste, um dem beliebten Pastor zu gratulieren. Da wurde gefeiert und gelacht - der 69-Jährige dürfte "sein" Neuss dabei keineswegs vermisst haben.
Heinz-Theo Lorenz war in seiner Kinderzeit Messdiener, später entschloss er sich zu einem Theologiestudium in Bonn. 1975 zum Priester geweiht, war er zunächst neun Jahre in Düsseldorf tätig, bevor Lorenz 1984 nach Neukirchen kam. "Das war eher ein Zufall", erinnert sich der Pastor: "Der damalige Düsseldorfer Pfarrer Manes Schmitz wusste, dass ich an einer Pfarre auf der linken Rheinseite interessiert war, und gab mir den Tipp, dass in Neukirchen ein Priester gesucht wurde." Der Rest ist Pfarrgeschichte. Vor gut 30 Jahren bezog Heinz-Theo Lorenz das weiße Haus am Jakobusplatz und betreute neben der Neukirchener auch die Hülchrather Gemeinde. Mittlerweile sind Wevelinghoven, Kapellen und Hemmerden dazugekommen. "Die Arbeit hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert. Man kann leider nicht mehr so intensiv bei den Menschen sein", sagt Lorenz. Der Pastor freut sich darüber, dass er in den Gremien und Gemeinschaften gute Teams an seiner Seite hat, die ihn unterstützen - und die ihn tragen. "Sie geben einem das gute Gefühl, zu Hause zu sein", meint er.
In die Amtszeit von Heinz-Theo Lorenz, der auch Präses des Bezirksverbandes Grevenbroich der historischen Schützenbruderschaften ist, fielen etliche Aktivitäten - etwa die Dachsanierung von St. Jakobus, der Bau eines Pfarrheimes und die fünf Tagesstätten, die für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern ausgebaut werden mussten.
Heinz-Theo Lorenz, der sich in seiner Freizeit am liebsten im Garten, auf dem Fahrrad oder beim Wandern am Niederrhein entspannt, will mit 70 in den Ruhestand treten - also im kommenden Jahr. Vorher möchte er mit den Gremien noch die Weichen für die Zukunft stellen. "Mir ist es wichtig, wir gemeinsam festlegen, wie es weitergeht, falls die Pfarrstelle nicht sofort wiederbesetzt wird", sagt er.

Von Wiljo Piel
Quelle: NGZ

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Abschied von Pater Basilius

Pater Basilius; Foto: Brinkmann
Langwaden. Pater Basilius Ullmann aus dem Kloster Langwaden war sieben Jahre als Pfarrvikar in den Gemeinden Hemmerden, Wevelinghoven, Kapellen, Neukirchen und Hülchrath tätig. Pastor Lorenz: „Er ist uns in dieser Zeit in vielfältiger Form als menschenfreundlicher und engagierter Seelsorger begegnet.“ Aus Gesundheitsgründen ist er jetzt in den Ruhestand versetzt worden. Die Gemeinden wollen ihm für seinen Dienst danken: Am kommenden Sonntag ist in der „St. Jakobus“-Kirche in Neukirchen um 10 Uhr ein festlicher Gottesdienst. Noch einmal Pastor Lorenz: „Anschließend laden wir ein zum Empfang im Pfarrheim – mit Getränken, einem Imbiss sowie Kaffee und Kuchen.“ Anstelle persönlicher Geschenke wird um eine Spende an das Kloster (Volksbank Düsseldorf-Neuss, DE 7830 1602 1360 0059 9032, Stichwort Pater Basilius, gebeten.

Artikel vom 27. Januar 2015
Von Gerhard Müller
Quelle: Kurier-Verlag

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Ärger um die Fronleichnamsprozession

Pfarrer Heinz Theo Lorenz (l.), Diakon André Kleinen sowie die Pfarrgemeinderatsmitglieder Doris Leusch und Theo Lys planen die erste gemeinsame Fronleichnamsprozession des Seelsorgebereichs Niedererft. FOTO: Lothar Berns Pfarrer Heinz Theo Lorenz (l.), Diakon André Kleinen sowie die Pfarrgemeinderatsmitglieder Doris Leusch und Theo Lys planen die erste gemeinsame Fronleichnamsprozession des Seelsorgebereichs Niedererft. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Erstmals plant der Seelsorgebereich Niedererft eine zentrale Prozession. Doch es gibt heftige Kritik: Hemmerdener Sebastianer fühlen sich zu spät informiert und nicht eingebunden – morgen entscheiden sie über ihr weiteres Vorgehen. 

Es ist eine Premiere: Am 19. Juni sollen Gläubige aus allen Pfarren im Seelsorgebereich Niedererft gemeinsam durch Wevelinghoven ziehen. Im Pfarrverband wird es zu Fronleichnam eine zentrale Prozession geben – anstelle der gewohnten vier in Kapellen, Hemmerden, Wevelinghoven und Neukirchen/Hülchrath. "Wir haben fünf Pfarren mit einem Eigenleben, aber wir wollen auch weiter zusammenwachsen", begründet Heinz-Theo Lorenz, der leitende Pfarrer im Seelsorgebereich. Diakon André Kleinen spricht von einem "richtigen Fest" und sagt: "Es macht Mut, in einer so großen Gemeinschaft seinen Glauben zu bekennen." Und Doris Leusch vom Pfarrgemeinderat freut sich, "dass Messdiener aus allen Pfarren" einen Teppich aus Blumen und gefärbten Sägespänen legen wollen. "Das wird ein tolles Bild." Vor der Fronleichnamsprozession ist ein Gottesdienst auf dem Marktplatz geplant.

Doch neben der Freude gibt's auch Verärgerung – bei der St.-Sebastianus-Bruderschaft Hemmerden. Der Ärger ist so groß, dass sich die Schützen morgen zu einer außerordentlichen Versammlung treffen – sogar eine eigene Veranstaltung am 19. Juni ist im Gespräch. "Als Pfarrer Lorenz in der Generalversammlung das Vorhaben vorstellte, gab es große Empörung bei Mitgliedern", berichtet Brudermeister Michael Köchner. "Kritisiert wird, dass die Schützenbruderschaft zu spät informiert und in die Planung nicht eingebunden worden sei. Mitglieder haben Angst, dass bei uns eine lebendige Tradition zerstört wird, die nicht wieder neu gegründet werden kann", sagt Köchner. "Bei der Prozession im Ort gehen rund 150 Menschen mit." Die Bruderschaft ist wesentlicher Bestandteil, Schützen tragen etwa den Baldachin und gestalten einen Altar.
Pfarrer Lorenz erklärt dagegen: "Wir möchten überlebensfähige Traditionen erhalten und nicht zerstören, aber wir sollten auch zu Neuem aufbrechen." Die zentrale Prozession sei erst einmal nur für dieses Jahr vorgesehen. "Wir wollen Erfahrungen sammeln." Eine Überlegung sei, "alle zwei Jahre gemeinsam in wechselnden Stadtteilen zu ziehen, im jeweils anderen Jahr finden die Prozessionen in den einzelnen Orten statt". Zum Vorwurf der späten Information meint Lorenz: "Zunächst hatte der alte Pfarrgemeinderat die zentrale Prozession beschlossen, nach der Wahl sollte auch der neue einen Beschluss fallen", der sei einstimmig gewesen.

Pfarrgemeinderatsmitglied Theo Lys weist darauf hin, "dass die Hülchrather und Neukirchener seit vielen Jahren gemeinsam ziehen". Ein Vorbild kann auch der Seelsorgebereich Elsbach/Erft sein. Dort gibt es seit mehreren Jahren eine zentrale Prozession. Morgen ab 11 Uhr wollen die Hemmerdener Sebastianer in der Gaststätte "Zum Burggrafen" über ihr Vorgehen entscheiden. Drei Alternativen nennt Köchner: "Entweder die Bruderschaft zieht in Wevelinghoven mit, oder den einzelnen Schützen ist die Teilnahme freigestellt, oder wir machen eine eigene Veranstaltung" – eine Fronleichnamsprozession könne dies ohne Pfarrer aber nicht sein.

Artikel vom 15. März 2014
Von Carsten Sommerfeld
NGZ


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Mit neuen Kirchenchören für die Zukunft gerüstet

Sven Morche ist seit einem Jahr als Seelsorgebereichsmusiker im Pfarrverband Niedererft tätig. Foto: L. BErns
Grevenbroich (NGZ). Im Pfarrverband Niedererft wurde die Kirchenmusik neu aufgestellt. Seelsorgebereichsmusiker Sven Morche zieht zufrieden Bilanz.

Sven Morche lächelt kurz, wenn er zurückblickt. Seit einem Jahr ist er als Seelsorgebereichsmusiker im Kirchengemeindeverband Niedererft tätig – und traf eine mutige Entscheidung: Er strukturierte die Kirchenmusik dort grundlegend um. Dieser Prozess ist so gut wie abgeschlossen. "Wenn wir nichts verändert hätten, würden wir heute vielleicht über das Aus reden", sagt Morche. "Aber der Strukturwandel war ein Erfolg und wir ernten jetzt die Früchte." Da ist es, das Lächeln, das über sein Gesicht huscht. Rasch weicht es jedoch einem konzentrierten Blick nach vorn. "Jetzt gilt es, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen."

Die Zeichen dafür stehen gut. Drei neue Chöre für Erwachsene hat Morche Anfang des Jahres aus der Taufe gehoben, mehr als 120 Sänger ließen sich dafür begeistern. Hinzu kommen die bestehenden Angebote im Kinder- und Jugendbereich. "Für die Zukunft sind wir gut aufgestellt", sagt Morche. "Wenn ich die Entwicklung in den vergangenen Monaten betrachte, kann ich nur sagen: Es ist alles positiv gelaufen." Das liegt vor allem an den vielen musikbegeisterten Gemeindemitgliedern im Kirchengemeindeverband Niedererft. Dazu gehören die fünf Pfarren St. Sebastianus Hülchrath, St. Mauri Hemmerden, St. Clemens Kapellen, St. Jakobus Neukirchen und St. Martinus Wevelinghoven.
Richtig mit Leben gefüllt hat sich auch der Seniorenchor "Andante". 28 Mitglieder zählt dieser mittlerweile. Nicht alle sind im Seniorenalter. "Wir sagen bewusst nicht, dieses Angebot wäre nur für die Generation Ü60. Jeder, der sich angesprochen fühlt, kann mitmachen", betont Morche. Sein Ziel: Alle Chöre sollen ein offenes Angebot sein. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihre musikalische Ausrichtung.
Der Seniorenchor "Andante" richtet sein Augenmerk – und seine Sangeskünste – auf eine ausgewogene Mischung von geistlicher und weltlicher Musik. Dazu zählen Taizé-Gesänge ebenso wie das Neue Geistliche Lied. Ihr Können zeigen die Mitglieder von "Andante" am Sonntag, 10. November, beim Abendlob in St. Mauri Hemmerden. Beginn ist um 17 Uhr. Anlass ist der Jahrestag "140 Jahre Kirchenmusik an St. Mauri". Seinen ersten Auftritt hatte "Andante", als im Juli bei einer Festmesse der 40. Jahrestag der Priesterweihe von Pater Basilius gefeiert wurde.
Komplettiert wird das Angebot der "Erwachsenenchöre" durch die Chorgemeinschaft Niedererft, die sich auf klassisches Liedgut spezialisiert hat, sowie den Chor "Horizont", der vor allem Gospels und moderne Kirchenliteratur zu seinem Repertoire zählt. "Für alle Chöre haben wir auch Mitglieder gewinnen können, die vorher noch nicht gesungen haben", betont Sven Morche. "Das zeigt, dass solche Angebote nach wie vor gefragt sind."
Für das kommende Jahr sollen die Früchte der Arbeit weiter geerntet werden. Dann sollen auch zunehmend Gottesdienste an Werktagen musikalisch mitgestaltet und bei den Pfarrfesten "Offene Singen" angeboten werden.

Proben
Chöre suchen weiterhin Sänger als Verstärkung
Neue Mitglieder sind bei den Proben der Chöre willkommen.
Andante - Der Chor probt dienstags, 17.30 bis 19 Uhr, im Pfarrhaus St. Mauri Hemmerden.
Niedererft - Die Chorgemeinschaft trifft sich dienstags von 19.30 bis 21.30 Uhr im Sebastianushaus Hülchrath zu Proben.
Horizont - Der Chor probt mittwochs, 20.15 bis 22 Uhr, im Sebastianushaus Hülchrath.

Mehr Infos in den Pfarrbüros.

Artikel vom 30. Oktober 2013
VON ANDREAS BUCHBAUER
NGZ


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Pater Basilius feiert 40 Jahre Priesteramt in Neukirchen

Pater Basilius (Mitte) feierte gestern bei einem großen Gottesdienst in der St. Jakobus-Kirche sein 40-jähriges Priesterjubiläum.     NGZ Foto: L. Berns Pater Basilius (Mitte) feierte gestern bei einem großen Gottesdienst in der St. Jakobus-Kirche sein 40-jähriges Priesterjubiläum. NGZ Foto: L. Berns
NEUKIRCHEN (cka) Vier Jahrzehnte lebt Pater Basilius (70) jetzt im engen Bund mit Gott - und feierte sein Priesterjubiläum gestern in der St. Jakobus-Kirche. Bei der großen Dankmesse, bei der die Kirche so voll war, dass die Gläubigen stehen mussten, wurde der Priestermönch und frühere Prior von Kloster Langwaden geehrt. Denn er hat sich Gott auf Lebenszeit verschrieben, ist aus Überzeugung Priester, lebt im Kloster Langwaden und hat die Gemeinden Hemmerden, Kapellen, Wevelinghoven, Hülchrath und Neukirchen geprägt.
Vor 40 Jahren wurde Basilius Ullmann in St. Peter und Paul in Grevenbroich zum Priester geweiht – an welches besondere Ereignis kann er sich erinnern? "Die gesamte Zeit im Kloster Langwaden war und ist für mich immer noch etwas ganz Besonderes", sagt Pater Basilius bescheiden. "Und meine Priesterweihe werde ich wohl nie vergessen."
Für die St. Jakobus-Gemeinde hingegen war das 40-jährige Jubiläum sehr wohl ein besonderes Ereignis: "Das kommt nicht alle Tage vor- und muss entsprechend bei einem Gottesdienst gefeiert werden", sagte Heinz- Theo Lorenz, Pfarrer in St. Jakobus. So läuteten pünktlich ab 10 Uhr die Glocken zum Festakt.
Gekommen ist auch der Präsident des Bürgerschützenvereins Neukirchen, Bernhard Padberg. "Durch die Abhaltung ungezählter Messen und als Leiter des Klosters in Langwaden hat er dem kirchlichen Ortsgeschehen Identität gegeben. Bis heute sind die Neukirchener Pater Basilius eng verbunden", sagte Padberg. "Auf dass Pater Basilius unsere Kirchengemeinde auch weiterhin mit seinem priesterlichen Dienst bereichert", hieß es gestern nach den zahlreichen Fürbitten für Papst Franziskus, die Gläubigen und auch Pater Basilius. Auch an seinem Ehrentag ließ er es sich nicht nehmen, Friedensgrüße, Segen und Gebete in der heiligen Messe selbst zu sprechen.

Artikel vom 29. Juni 2013
NGZ



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Kindergarten Neukirchen wird 50 Jahre

Die ersten Kindergartenkinder Die ersten Kindergartenkinder
Die Kindertagesstätte "St. Jakobus der Ältere" öffnet heute ihre Türen. Zum Jubiläum gibt es viele Attraktionen. Die NGZ blickt zurück auf die Geschichte der Einrichtung.

NEUKIRCHEN Wilfried Brinkmann gehörte zu einer der ersten Generationen im Neukirchener Kindergarten „St, Jakobus der Ältere". Der heute 51-Jährige erinnert sich allerdings nicht mehr genau an die damalige Zeit. Dennoch wird er dabei sein, wenn die Einrichtung ihr Jubiläum begeht. Heute feiert das Zentrum seinen 50. Geburtstag mit einem großen Fest. Ab 11 Uhr beginnt die Veranstaltung mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche. Danach wird auf dem Gelände der Kita ein buntes Programm angeboten. Geleitet wird die Einrichtung von Michaela Krämer. Die 42-Jährige arbeitet seit November 2010 in der Kindertagesstätte. Am Nikolaustag 1963 wurden die Räume am Lohweg von dem damaligen Pfarrer Otto Breuer eingeweiht. 60 Kinder fanden in der Kita Platz. Die erste Leiterin hieß Berta Jansen. Schon im Zeitungsartikel zur Eröffnung wurde signalisiert, was Jahrzehnte später verwirklicht wurde: "Der Kindergarten ist bei Bedarf ausbaufähig - in mehreren Richtungen", heißt es dort.
Dieser Bedarf entwickelte sich bis zum Jahr 2010. "Wegen der Betreuung von unter Dreijährigen Kindern wurde der Kindergarten Anfang 2011 umgebaut", erklärt Michaela Krämer. Heute ist dort Platz für 45 Jungen und Mädchen über und sechs Kinder unter drei Jahren. Betreut werden sie von Michaela Krämer und einem Team aus sechs pädagogischen Mitarbeiterinnen. Das Besondere: Die Kita hat den Schwerpunkt Bewegung. "Wir gehen so oft wie möglich nach draußen. Außerdem ist immer eine Turnhalle geöffnet, in der sich die Kinder austoben können ", berichtet Krämer.
Seit September bildet die Einrichtung zusammen mit den Kitas in Wevelinghoven, Kapellen und Hemmerden ein Familienzentrum. Zudem werden die Mitarbeiter von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt. "Wir haben Eltern, die uns helfen. So wird unter anderem eine Fußball-AG angeboten oder es wird gesungen", sagt Leiterin Michaela Krämer.
  Doch neben der Anzahl der Mitarbeiter und der veränderten Räumlichkeiten hat sich auch die Arbeit in der Tagesstätte verändert. "Wir sind eine familiäre Bildungseinrichtung geworden. Das Augenmerk liegt heute mehr darauf, die Kinder mit Kompetenzen für die Grundschule auszustatten", erklärt Michaela Krämer. Beim heutigen Fest können die Besucher in die Geschichte der Kita eintauchen. "Wir haben alte Spielsachen und Fotos zusammengetragen. Außerdem findet eine Modenschau aus allen fünf Jahrzehnten statt", wirbt die Leiterin. Zum Parken darf der Schulhof der Grundschule genutzt werden.


Artikel vom 22.06.2013
VON SEBASTIAN DRAXL


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Neustart für Chöre im Pfarrverband Niedererft

Da geht's lang: Sven Morche ist überzeugt, dass mit dem neuen Konzept der richtige Weg für die Kirchenmusik eingeschlagen wurde. Foto: L. Berns Da geht's lang: Sven Morche ist überzeugt, dass mit dem neuen Konzept der richtige Weg für die Kirchenmusik eingeschlagen wurde. Foto: L. Berns
Grevenbroich (NGZ). Sven Morche will die Kirchenmusik im Seelsorgebereich Niedererft fit für die Zukunft machen – mit neuen Angeboten und Strukturen.

Sven Morche weiß, dass diese Entscheidung für Diskussionen sorgt. Seit Oktober ist er neuer Seelsorgebereichsmusiker im Kirchengemeindeverband Niedererft. Dort trat der 41-Jährige die Nachfolge von Martin Sonnen an, den es als Kantor nach St. Andreas Korschenbroich zog. Morche hat die Zeit genutzt, um die Kirchenmusik in den zum Seelsorgebereich Niedererft gehörenden fünf Pfarren einer Bestandsaufnahme zu unterziehen. Das Ergebnis: Es muss ein Strukturwandel her. "Wenn wir nichts ändern, stehen wir vor dem Aus", betont Morche. Deshalb stehen die Zeichen auf Neustart.
Mit drei neuen Chören soll die Kirchenmusik im Seelsorgebereich auf Kurs gebracht werden. Zuletzt befand sie sich in einer Art Dornröschenschlaf. "Es soll wieder mehr Chormusik in den Gottesdiensten geben. Das war zuletzt eingeschlafen", sagt Morche. Zum Seelsorgebereich Niedererft gehören die Pfarren St. Sebastianus Hülchrath, St. Mauri Hemmerden, St. Clemens Kapellen, St. Jakobus Neukirchen und St. Martinus Wevelinghoven.
Zuletzt gab es im Verband noch zwei Kirchenchöre sowie den Hülchrather Gesangverein. "Die Kirchenchöre haben aber nicht mehr funktioniert", betont Morche. Mit den alten Strukturen müsse daher Schluss sein. Das war das Ergebnis der sogenannten "Zukunftswerkstatt", die sich mit den Perspektiven der Chöre befasste. Neben Vertretungen der Chöre waren Sven Morche, die Seelsorgebereichsmusikerin Andrea Prats und Pastor Heinz-Theo Lorenz daran beteiligt. "Wir haben beschlossen, neue Chöre auf Pfarrverbandsebene zu etablieren. Um zukunftsfähig zu sein, müssen wir weg vom Kirchturmdenken", sagt Morche.
Das Motto lautet daher: alles neu bei der Kirchenmusik im Seelsorgebereich Niedererft. "Das gefällt nicht jedem. Aber es ist die einzige Chance, die wir haben", meint Morche. Jeder der drei neuen Chöre richtet sich an unterschiedliche Sänger. Der "Chor Horizont" zum Beispiel hat sich auf Gospelgesang und moderne Kirchenliteratur beziehungsweise das Neue Geistliche Lied spezialisiert. Geprobt wird immer mittwochs von 20.15 bis 22 Uhr im Sebastianushaus Hülchrath. Der Chor wird am Gründonnerstag und Karfreitag die Liturgie mitgestalten.
Der zweite neue Chor nimmt seine Arbeit am Dienstag, 19. Februar, auf. Die "Chorgemeinschaft Niedererft" – so der vorläufige Arbeitstitel – ist klassisch ausgerichtet und probt ab 19.30 Uhr ebenfalls im Sebastianushaus. Als dritter neuer Sangeskreis soll die Seniorenkantorei "Andante" hinzukommen. Geprobt werden soll vor- oder nachmittags. "Da feilen wir noch an den Rahmenbedingungen", sagt Morche. Anmeldungen werden bereits unter der Telefonnummer 02181 74535 im Pfarrbüro von St. Martinus Wevelinghoven entgegengenommen.
Abgerundet wird das Angebot im Seelsorgebereich Niedererft durch die Chorarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wichtig ist Morche, dass zielorientiert gearbeitet werde. "Die Chöre sollen regelmäßig auftreten." Die Chorgemeinschaft Niedererft wird daher die Missa Brevis in D von Franz-Xaver Brixi vorbereiten, die am Ostersonntag aufgeführt werden soll.

Neue Struktur
Gemeinsam in allen Pfarren aktiv sein
Die Chöre sollen Messen in allen Bereichen des Seelsorgebereichs Niedererft mitgestalten. Langfristig sind auch gemeinsame Konzerte geplant.
Nachwuchs Kinder und Jugendliche sollen an die Chöre herangeführt werden.
Kapellen Der dortige Regenbogenchor ist ein Erfolgsmodell und gilt durchaus als Vorbild.

Artikel vom 15.02.2013
VON ANDREAS BUCHBAUER 


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Kita-Kinder freuen sich über Hangrutsche und Kletterröhre

Freuten sich mit den Kindern (v.I.): Landschaftsbauer Werner Gram, Kita-Leiterin Michaela Krämer und RWE Mitarbeiter Markus Zahn. Foto: W.Brinkmann Freuten sich mit den Kindern (v.I.): Landschaftsbauer Werner Gram, Kita-Leiterin Michaela Krämer und RWE Mitarbeiter Markus Zahn. Foto: W.Brinkmann
NEUKIRCHEN (ape) Dem Bewegungsdrang der Kinder des katholische Kindergartens St. Jakobus steht nichts mehr im Weg: Eine neue Spiellandschaft in Hügelform bildet nun den Kern des Außengeländes am Lohweg und ist ein Höhepunkt für die 47 Kinder. Der Erdwall mit Kletterröhre und auch die Hangrutsche wurden begeistert ausprobiert und für gut befunden. "Das ist ein ganz universales Spielgerät, das auch unsere sechs U3-Kinder schon nutzen können", erklärt die Leiterin der Kindertagesstätte, Michaela Krämer. "Die Kinder können durch den Tunnel hindurch krabbeln, sie spielen Verstecken oder graben sich durch den Sand", ergänzt Krämer.
Möglich gemacht hatte die Anlage, die 4000 Euro kostete, eine Gemeinschaftsaktion der RWE-Mitarbeiter Markus Zahn und Gregor Bürger, des Kirchengemeindeverbandes Niedererft und des Landschaftsbetriebes Gram.
Markus Zahn verhalf dem Kindergarten zu einem Budget von 2000 Euro. Aus dem RWE-Projekt "Aktiv vor Ort" wurden 2000 Euro zur Anschaffung des Röhrentunnels gestiftet. Weitere 1800 Euro zum Kauf einer neuen Rutsche, auf der die Kinder den Erdhügel hinabsausen können, hatte die Pfarre St. Jakobus, die Träger der Einrichtung ist, übernommen. Am Aufbau der Spielgeräte und der Anlage des Erdhügels waren die Landschaftsgärtnerei Gram und viele Eltern beteiligt.
"Nach dem Umbau unserer Einrichtung vor zwei Jahren war kein Geld für die Gestaltung der Außenanlage mehr vorhanden", begründet Krämer den Bedarf. "Umso mehr freuen wir uns, dass das Projekt auf diese Weise gelungen ist."

Artikel vom 29.11.2012
NGZ

 

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Musiker für fünf Pfarren

Sven Morche Foto: NGZ
Sven Morche ist neuer Seelsorgebereichsmusiker im Kirchengemeindeverband Grevenbroich-Niedererft mit fünf Pfarren. Der Nachfolger von Martin Sonnen legt auf Chorarbeit Wert und will Kinder an die Orgel heranführen.

GREVENBROICH Die Orgelmesse zum I00-jährigen Bestehen der Hülchrather Pfarrkirche St. Sebastianus steht bevor, auch das Weihnachtsprogramm muss erstellt werden - viel Arbeit wartet auf das Kirchenmusiker-Team um Sven Morche. Der 40-Jährige ist neuer Seelsorgebereichsmusiker im Kirchengemeindeverband Niedererft mit fünf Pfarren in Neukirchen, Hülchrath, Kapellen, Hemmerden und Wevelinghoven. Er folgt auf Martin Sonnen, der als Kantor nach Korschenbroich wechselte.
Für Sven Morche bedeutet seine neue Aufgabe eine berufliche Rückkehr in den Rhein- Kreis Neuss. Acht Jahre war er Kantor an St. Peter in Rommerskirchen, dann wechselte er für fünfeinhalb Jahre als Seelsorgebereichsmusiker nach Monheim. "Als Jugendlicher war ich Messdiener und im Jugendchor - über diese Schiene kam ich zur Kirchenmusik", erzählt der 40- Jährige; der verheiratete Vater von zwei Kindern wohnt in Delrath. Nach der Schule studierte er zunächst Grundschulpädagogik. "Doch dann wechselte ich zum Kirchenmusik-Studium. Ich hatte gemerkt, dass mir das liegt und viel Spaß macht", erzählt Sven Morche. Eine Aufgabe in Grevenbroich ist die musikalische Organisation und Koordination" im SeeIsorgebereich, Morche arbeitet dabei eng mit Kirchenmusikerin Andrea Prats und dem Organisten Thorsten Kaja zusammen.

Großen Wert legt der neue Kirchenmusiker im Seelsorgebereich auf die Chorarbeit. "Auch Chorgesang ist Verkündigung der Frohen Botschaft", so Sven Morche, der besonders die sakrale Chormusik liebt. Er hat die Leitung des Hülchrather Gesangvereins übernommen, zudem bestehen Kirchenchöre in Neukirchen und Hemmerden, der Regenbogenchor in Kapellen und Kinderchöre. "Außerdem habe ich quasi den Chor ´Horizont`, der Gospels und andere neue geistliche Lieder singt, mitgebracht." Sven Morche leitet den Chor.

Zusammen bestehe im Seelsorgebereich "ein großes Chorangebot für sämtliche Altersstrukturen". Allerdings könnten mehr Sänger dabei sein. "Generell fehlt in zahlreichen Chören die mittlere Generation, viele haben aus beruflichen Gründen nur wenig Zeit."
Ein Projekt, das sich der Kirchenmusiker vorgenommen hat, ist das Projekt "Kids an der Orgel": "Die Idee stammt aus den Niederlanden. Ich möchte Kinder in kleinen Gruppen an die Kirchenorgel heranführen. Sie können dabei die Technik kennen lernen, sich die Orgelpfeifen ansehen und auch selbst ein Stück spielen."
Eine Aufgabe für die Zukunft sind neue Orgeln für St. Clemens Kapellen und St. Sebastianus. An der aus mehreren Instrumenten zusammengebauten Hülchrather Orgel nagt gewaltig der Zahn der Zeit, seit Jahren bemüht sich die Gemeinde um ein neues Instrument.

Artikel vom 23.10.2012
Von Carsten Sommerfeld

 

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Alter Chor unter neuer Leitung

‬‌Andrea Prats (5.v.l.) aus Wevelinghoven hat die Leitung des 154 Jahre alten Kirchenchors der Pfarrgemeinde St. Jakobus Neukirchen übernommen.  Foto: W.Brinkmann ‬‌Andrea Prats (5.v.l.) aus Wevelinghoven hat die Leitung des 154 Jahre alten Kirchenchors der Pfarrgemeinde St. Jakobus Neukirchen übernommen. Foto: W.Brinkmann
(NGZ) Der 154 Jahre alte Kirchenchor St. Jakobus Neukirchen steht unter neuer Leitung. Andrea Prats aus Wevelinghoven probt jetzt mit den 20 Sängern. Für die geplanten drei Termine, die noch in diesem Jahr anstehen, hat sie bereits Lieder ausgesucht, die nun einstudiert werden. Am 12. November feiert der Chor das Cäcilienfest und wird die Vorabendmesse musikalisch gestalten, bevor die Sänger am 26. November bei der Adventsfeier der Arbeiterwohlfahrt auftreten. Darüber hinaus ist ein „Offenes Singen“ geplant, an dem auch der Quartettverein Neukirchen und der Chor „Miss Töne“ teilnehmen werden.

Artikel vom 5.10.2011
NGZ


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Neukirchener Jakobus-Kindergarten wird ausgebaut

v. l.: Yvonne Strohmeier (Elternrat), Barbara Jungblut (Elternrat), Dr. Petra Arndt (Kirchenvorstand), Dipl. Ing. Klaus Auweiler (Architekt), Michaela Krämer (Leiterin Kiga), Pastor Heinz Theo Lorenz, Monika Matheisen (Elternrat), Oliver Kluht (Elternrat)
Foto: W.Brinkmann v. l.: Yvonne Strohmeier (Elternrat), Barbara Jungblut (Elternrat), Dr. Petra Arndt (Kirchenvorstand), Dipl. Ing. Klaus Auweiler (Architekt), Michaela Krämer (Leiterin Kiga), Pastor Heinz Theo Lorenz, Monika Matheisen (Elternrat), Oliver Kluht (Elternrat) Foto: W.Brinkmann
NEUKIRCHEN Unter dem Motto „Alles im Wandel“ wird seit Oktober der katholische Kindergarten von St. Jakobus saniert und erweitert. Das Ziel: Ab Sommer wird auch die Betreuung für unter Dreijährige im Norden Grevenbroichs gesichert.
Vor einer Woche wurden die zwei Gruppen des Kindergartens unter der Leitung von Michaela Krämer (39) in das nahe gelegene Pfarrheim ausgelagert. „Bis Ende Januar liefen der Kindergartenbetrieb und die Baustelle parallel. Das war aber nun nicht mehr möglich“, begründet Petra Arndt (58) vom Kirchenvorstand die Umsiedlung. Mit fünf Mitarbeiterinnen und 45 Kindern wird im Pfarrheim unter der Woche von 7.15 bis 16 Uhr gebastelt, gesungen und gespielt.
Arbeiten liegen im Zeitplan
In etwa acht Wochen soll das „neue“ Gebäude eröffnet werden. Architekt Klaus Auweiler (44) ist mit dem Stand der Arbeiten zufrieden: „Wir liegen voll im Zeitplan – und bisher gab es keine Probleme“, sagt der Wevelinghovener. Zu den größeren Gruppenräumen kommen Ruhe-, Wasch- und Wickelräume für die Betreuung der unter drei Jahre alten Kinder hinzu. Als Besonderheit wird zwischen den beiden verglasten Räumen ein Atrium mit „Lerneffekt“ gebaut: „Die Kinder sollen am Beispiel eines Wasserkreislaufs begreifen, dass Wasser auch ohne Hilfsmittel etwas bewegen kann“, so Auweiler.

Das Projekt wird vom Träger des katholischen Kindergartens, dem Erzbistum Köln, finanziert und vom Landschaftsverband Rheinland bezuschusst. „Das Erzbistum war sehr kooperativ. Mit dem Anbau werden auch die alten Wasch- und Toilettenanlagen renoviert und dem Neubau angepasst“, freut sich Petra Arndt.

Artikel vom 9.02.2011
VON SEBASTIAN DRAXL


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Mein Kindergarten

Bewegung wird bei den Mädchen und Jungen im St. Jakobus-Kindergarten groß geschrieben – in der eigenen Turnhalle und im Außenbereich. Foto: M. Reuter Bewegung wird bei den Mädchen und Jungen im St. Jakobus-Kindergarten groß geschrieben – in der eigenen Turnhalle und im Außenbereich. Foto: M. Reuter
Katholischer Kindergarten St. Jakobus der Ältere

Mein Kindergarten (NGZ) Der katholische Kindergarten St. Jakobus der Ältere wird zurzeit fit für die Zukunft gemacht: Zwei Räume werden angebaut, damit in der zweigruppigen Einrichtung ab 2011 weitere Jungen und Mädchen ab zwei Jahren betreut werden können. Für die Kleinen stehen dann die notwendigen Schlaf- und Wickelräume zur Verfügung.

Michaela Krämer neue Leiterin
Der Umbau bei laufendem Kindergarten-Betrieb hat die 38 Kinder zu kleinen Bauexperten wie "Bob, der Baumeister" werden lassen: In einem Projekt haben sie sich mit dem Thema Baustelle beschäftigt, an einem eigenen "Bautagebuch" gearbeitet und die Veränderungen in dem ab 1960 errichteten Gebäude mit zahlreichen Fotos dokumentiert. Zurzeit bauen sie allerdings eher im Kleinformat: Für den Martinsumzug werden die Laternen angefertigt.
Doch nicht nur das Gebäude erhält ein neues "Gesicht": Mit Michaela Krämer (39) wird sich ab 1. November auch eine neue Leiterin um den Kindergarten-Alltag kümmern. Als Schwerpunkt will sie die Mobilitätsförderung beibehalten: "Wir können in der eigenen Turnhalle Angebote machen", dazu stünden etwa Bänke, Matten und Schaumstoffteile für eine "Bewegungsbaustelle" bereit Auch einfache große Pappkartons würden die Kinder mit viel Fantasie in Schiff oder Schloss verwandeln.

Mit der Erweiterung der Räume wollen Krämer und das vierköpfige Team auch behutsam das pädagogische Konzept anpassen: "Bisher waren die Gruppen offen, künftig sollen sie teilweise offen sein, Der Vorteil für die Jüngeren: Sie haben eine feste Bezugsperson und können sich schneller eingewöhnen."
Was Michaela Krämer ebenfalls wichtig ist: "Dass sich die Kinder in ihrem St. Jakobus-Kindergarten wohlfühlen." Ihr Ziel: Den Kleinen helfen, zu "Menschen mit sozial-emotionaler Kompetenz" zu reifen.

Info
Katholischer Kindergarten St. Jakobus
Adresse: Lohweg 2 in Grevenbroich-Neukirchen.
Öffnungszeiten: 7.15 bis 16.15 Uhr (25, 35 und 45 Stunden Betreuung).
Leiterin ab 1. November: Michaela Krämer.
Zwei-gruppige Einrichtung für Kinder von zwei bis sechs Jahren.
Zurzeit Erweiterung, um Platz für zwei U3-Gruppen zu schaffen.
www.jakobus-neukirchen.de, Rubrik "Kindergarten"

Artikel vom 27.10.2010
VON DANIELA BUSCHKAMP


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Die neue Landkarte der Kirche

Grevenbroich (NGZ) Die 16 katholischen Kirchengemeinden sind zu drei großen Pfarreiengemeinschaften zusammengelegt worden. Auf dem Papier sind sie damit eine Einheit. Zusammenwachsen müssen sie erst noch – ein anstrengender Prozess.

Die Pfarrer der katholischen Kirchengemeinden in Grevenbroich stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Der Spardruck im Erzbistum Köln zwingt sie, die einst selbstständigen Gemeinden in drei Pfarreiengemeinschaften zu einen. Für November hatte das Erzbistum die Wahl der Pfarrgemeinderäte angesetzt, eine Zäsur für die meisten Grevenbroicher Gemeinden. Seither bestimmt nicht mehr jede Gemeinde ihre eigene Führung, sie entsendet ihre Vertreter in den Pfarrgemeinderat, der jetzt über die Geschicke aller Gemeinden der Pfarrgemeinschaft entscheidet.

Drei Monate hatten St. Peter und Paul, St. Stephanus und Co. nun Zeit, zusammenzufinden. Kein leichtes Unterfangen: In St. Peter und Paul suchte man noch im Januar Leute, die im Ortsausschuss des Pfarrgemeinderats mitarbeiten – ein Zeichen, wie viel dieser Prozess den Gemeinden abverlangt.

Pfarrer Heinz-Theo Lorenz, der für den Seelsorgebereich Niedererft zuständig ist, spricht von einer "Findungsphase". "Nach den Wahlen im November müssen sich die neuen Pfarrgemeinderatsmitglieder erst kennenlernen. Das braucht Zeit", sagt er. Wichtigste Aufgabe sei, dass die Gemeinden zueinander finden. "Es muss ein Pastoralkonzept formuliert werden", sagt Lorenz. Darin werden die Ziele und Schwerpunkte festgehalten, die sich die Gemeindevertreter, zusammen mit dem Pfarrer und seinen Mitarbeitern im Pastoralteam, gesetzt haben.

Während der Einigungsprozess in den Seelsorgebereichen Elsbach/Erft und Niedererft gerade angelaufen ist, hat die Pfarreiengemeinschaft Vollrather Höhe bereits Erfahrungen sammeln können. Doch auch dort erkennt Pfarrer Jos Houben: "Eine gemeinsame Identität ergibt sich nicht von heute auf morgen." Bereits vor vier Jahren hatte man in der Pfarreiengemeinschaft Vollrather Höhe einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat gebildet. "Am Anfang vertritt jedes Ratsmitglied noch die Interessen seiner Gemeinde, das ist nicht anders als in der Politik", sagt Houben. Das berühmte Kirchturmsdenken – nirgendwo passt es besser als hier.Ein zusätzliches Problem bestehe zwischen den Pfarrgemeinderatsmitgliedern und den Menschen vor Ort. Diese müssten auf den gemeinsamen Weg erst noch mitgenommen werden.

Das ist umso schwieriger, da die finanziellen Ressourcen durch den Sparkurs begrenzter sind als früher. Nicht jede Gemeinde kann ihr eigenes Jugendprojekt gründen, alle Standorte einer Pfarreiengemeinschaft müssen sich einen Pfarrer teilen. "Manche Dinge gehen nicht mehr", sagt Houben. "Die Kirche ist nun einmal nicht mehr so wie noch vor 20 Jahren."

Info
Pfarreiengemeinschaft
Früher Vor dem Zusammenschluss zu Pfarreiengemeinschaften waren die Seelsorgebereiche Elsbach/Erft und Niedererft als Pfarrverbände organisiert.
Der Unterschied: Sie hatten noch keinen gemeinsamen Pfarrgemeinderat.
In der Pfarreiengemeinschaft gib es Ortsausschüsse, um die einzelnen Gemeinden stärker einzubinden.

Artikel vom 12.02.2010
VON ANDREAS BUCHBAUER UND ANDREAS GRÖHBÜHL



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Pfarrer Lorenz fastet mit Frühschicht in der Kirche

Grevenbroich (NGZ) Den Stecker an seinem Fernsehgerät kann Pfarrer Heinz-Theo Lorenz getrost ziehen. Ab heute wird der Geistliche, der für den Seelsorgebereich Niedererft zuständig ist, auf das TV-Vergnügen verzichten. "Bewussten Konsumverzicht" nennt Lorenz dies. "Damit begehe ich die Fastenzeit", sagt er. Das bedeutet: Bis Ostern bleibt der Fernseher aus. Daran ändern auch die Olympischen Winterspiele nichts. "Damit habe ich es ohnehin nicht so", erklärt Lorenz.

Die Bedeutung der Fastenzeit, die am heutigen Aschermittwoch beginnt, ist für Pfarrer Lorenz wichtig. Nicht wegen seines Berufs, nicht wegen der Außenwirkung, sondern wegen seines christlichen Glaubens. "Leider wird es immer schwieriger, vor allem jungen Menschen die Bedeutung des Fastens näher zu bringen", meint er. Der Verzicht auf sonst selbstverständliche Dinge passe immer seltener zum Selbstverständnis gerade junger Menschen. "Dabei hilft es, sich auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist", sagt Lorenz. Das ist der persönliche Aspekt des Fastens.

Hinzu kommt das religiöse Verständnis. "Ostern ist das höchste christliche Fest. Ohne Fastenzeit und die Besinnung auf das Wesentliche verliert es an Tiefe", meint Lorenz. Das Fasten sei auch eine Teilhabe am Leiden Christi. Auch, was üppige Mahlzeiten anbelangt, übt sich der Pfarrer daher in den kommenden Wochen im Verzicht.

Die Fastenzeit dauert 40 Tage. Diese Zahl hat in der Bibel eine hohe Symbolkraft: Auch Jesus fastete vor Beginn seines öffentlichen Wirkens 40 Tage. In der Bergpredigt rief er zu Demut beim Fasten auf. Die Zahl 40 findet sich an weiteren Stellen in der Bibel: So wanderte Elias 40 Tage zum Berg Horeb, ebenfalls 40 Tage blieb Moses auf dem Berg Sinai. Dort empfing er die Zehn Gebote. Die Israeliten wanderten 40 Jahre durch die Wüste.

Mit seiner Gemeinde wird Pfarrer Heinz-Theo Lorenz ab nächster Woche an jedem Mittwochmorgen bis Ostern in aller Frühe in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Neukirchen zu einem etwa halbstündigen Gottesdienst zusammenkommen. "Danach gibt es ein kleines gemeinsames Frühstück, um gestärkt in den Tag zu gehen", erklärt Lorenz. Beginn des Gottesdienstes ist stets um sechs Uhr.

Mit einer solchen Frühschicht hofft Lorenz, auch vermehrt Jugendliche anzusprechen. "Leicht ist das nicht", räumt er ein. "Viele müssen ja um kurz nach sieben Uhr schon im Schulbus sitzen." Auch in den Predigten der Sonntagsgottesdienste wird Lorenz auf die Bedeutung der Fastenzeit hinweisen.

Artikel vom 16.02.2010
VON ANDREAS BUCHBAUER


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Ein Pastor zum anfassen

Foto: R. Arndt Foto: R. Arndt
Pfarrer Heinz Theo Lorenz feierte jetzt sein 25- Jahr Jubiläum in Neukirchen und Hülchrath

Neukirchen (S.M) Gern hätte er die heilige Messe diesmal „op Platt“ gehalten – einen Strich durch die Rechnung hat Pfarrer Lorenz allerdings Martin Sonnen, der Musikchef des Seelsorgeverbands, gemacht: 25 Jahre ist Heinz Theo Lorenz inzwischen Pfarrer an St. Jakobus sowie an St. Sebastianus in Hülchrath, und zur Feier des Tages führten die Chöre beider Gemeinden die „Spatzenmesse“ von Mozart auf.
Bert Schmitz spielte die Orgel. Ein Orchester, großenteils aus Mitgliedern der Düsseldorfer Symphoniker bestehend, hatte Martin Sonnen zusammengestellt – und Heinz Theo Lorenz musste passen, da Mundart und Mozart nicht auf einen Nenner zu bringen waren.

Geradezu weihnachtliche Dimensionen erreichte die Zahl der Gottesdienstbesucher in St. Jakobus, wo Heinz Theo Lorenz bewusst an Motive seiner ersten hier gehaltenen Predigt von 1984 anknüpfte. „Wir sind miteinander das Volk – wir alle sind Bausteine am Haus Gottes und haben Anteil am allgemeinen Priestertum“, betonte der Jubilar die Verantwortung der Gläubigen und die Notwendigkeit, dass diese aktiv am kirchlichen Geschehen teilnehmen. Keinen Zweifel ließ der 63-jährige Geistliche daran, dass ihm seine beiden Gemeinden in Neukirchen und Hülchrath längst ans Herz gewachsen seien. „Jood ligge“ (gut leiden) könnte er die Gemeindemitglieder nach wie vor, auch wenn diese ihn hin und wieder auch „verrückt“ machten.

In den vergangenen Jahren 25 Jahren sei „eine ganze Generation mit Pastor Lorenz aufgewachsen“, würdigte Thomas Röder, der Vorsitzende des bisherigen Pfarrgemeinderats, den gebürtigen Neusser. Lorenz habe „viele neue Impulse gesetzt“, die „Beteiligung der Gemeinde an den Gottesdiensten gestärkt“, wobei in seiner Amtszeit auch die beiden Kirchen und Pfarrheime renoviert worden seien. Dass Lorenz es verstehe „auf Menschen zuzugehen“, betonte Werner Moritz der Vorsitzende des Kirchenchores, der dem beliebten Seelsorger „rheinische Leichtigkeit“ attestiert. Johannes Kreuels, Präsident der Bürgerschützen, sieht in Lorenz „einen Pastor zum Anfassen“. Für Vizebürgermeister Bertram von Nesselrode ist Lorenz ein „Mann mit Herz und einem subtilen Humor“.

Mit viel Beifall bedacht wurden auch die Musiker. Während die Neukirchener Sänger die „Spatzenmesse“ bereits 2008 einstudiert hatten, hat der Hülchrather Chor seit September eifrig geprobt. Die „Welturaufführung“, wie dessen Vorsitzender Peter Lys den gemeinsamen Auftritt beider Chöre würdigte, ist jedenfalls rundum gelungen. Noch ein Vierteljahrhundert wird es wohl nicht mehr, doch Heinz Theo Lorenz freut sich mit den Gläubigen auf weitere gute Jahre.

Artikel vom 14.11.2009 (NGZ)


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Der Bedarf ist sehr groß - Eine Pause vom Alltag

Ein Teil des Teams, das die Demenzcafés des Caritasverbandes in Grevenbroich und nun auch in Neukirchen betreut: (v.l.) Petra Kluth, Daniela Rauschenberg, Ursula Mordelt, Beate Müller und Carola Uebber. 
Sie nehmen sich Zeit, um sich intensiv um die Demenzkranken zu kümmern.
NGZ-Foto: M. Reuter
Ein Teil des Teams, das die Demenzcafés des Caritasverbandes in Grevenbroich und nun auch in Neukirchen betreut: (v.l.) Petra Kluth, Daniela Rauschenberg, Ursula Mordelt, Beate Müller und Carola Uebber. Sie nehmen sich Zeit, um sich intensiv um die Demenzkranken zu kümmern. NGZ-Foto: M. Reuter
In Neukirchen startete jetzt das zweite Demenzcafé der Caritas, der "Jakobustreff". Vor einem Jahr hatte der Verband bereits in Grevenbroich das "Café Kränzchen" für Demenzkranke eröffnet. Die Angehörigen finden für einige Stunden Ruhe und Entlastung – ein Erfolgsmodell.

"Das Thema wird oft tot geschwiegen. Dabei ist Demenz eine psychische Erkrankung wie andere auch", sagt Petra Kluth. Die Ehrenamtlerin beim Caritasverband ist eine von sechs Betreuerinnen der Caritas beim neuen "Jakobustreff" im Pfarrheim in Neukirchen. Erstmals trafen sich dort Demenzkranke, altersverwirrte Menschen, um unter Betreuung zu singen, zu spielen, Kaffee zu trinken.
Nein, die Krankheit Demenz wird beim Caritasverband nicht tot geschwiegen, ganz im Gegenteil. Vor drei Jahren startete zunächst das Projekt "Atempause". 16 Ehrenamtler betreuen 21 Demenzkranke jede Woche für einige Stunden zu Hause in der Familie. "Die Angehörigen, die durch die Pflege oft sehr belastet sind, erhalten so etwas Zeit für sich – zum Einkaufen, für einen Arzttermin oder auch, sich einfach mal hinzusetzen und eine Tasse Kaffee zu trinken", sagt Beate Müller vom Fachbereich Senioren der Caritas.
Doch sie hat festgestellt: "Viele Angehörigen scheuen vor dem Besuch in der Familie, in ihrer Intimsphäre, zurück." Auch deshalb startete die Caritas 2008 im Seniorenzentrum St. Barbara in Grevenbroich das "Café Kränzchen". Wöchentlich treffen sich dort neun Kranke – die Zahl wird bewusst klein gehalten.

Der Bedarf ist weitaus größer – in Deutschland sollen rund zwei Millionen Menschen an Demenz leiden. "Wir erhielten vom Pfarrverband Niedererft Anfragen, ob wir ein solches Café auch für die nördlichen Stadtteile anbieten können", berichtet Beate Müller. Im Pfarrheim am Jakobusplatz fanden sich geeignete Räume, sechs Ehrenamtler wurden für die Aufgabe in 35-stündigen Kursen geschult. Fürs erste der dreistündigen Treffen – zunächst alle zwei Wochen mittwochs – wurden fünf Besucher angemeldet. "Diese Zeit bedeutet für die Angehörigen eine wirkliche Entlastung", so Müller. Doch natürlich profitieren auch die Demenzkranken. "Wir beobachten, dass sich die Besucher untereinander unterhalten, auch wenn für uns das Gespräch vielleicht keinen Sinn ergibt", berichtet Müller. "Sie treffen andere Betroffene, erfahren ,Ich bin wer'", sagt Ursula Mordelt, eine der Betreuerinnen.

Das Programm bei den Treffen soll möglichst nach demselben Rhythmus ablaufen: "Nach der Begrüßung machen wir Bewegungsspiele – etwa mit Tüchern oder Luftballons. Dabei erfahren die Menschen, dass sie noch etwas können. Außerdem trinken wir Kaffee, gehen spazieren und singen", erläutert Beate Müller.

"Ein hervorragendes Angebot", sagt Magda Schmitz (Name von der Redaktion geändert.) Die 80-Jährige weiß, was die Pflege eines altersverwirrten Menschen bedeutet – ihr Mann litt bis zu seinem Tod vor zwei Jahren lange an Demenz, benötigte Betreuung rund um die Uhr. Die beiden waren über 50 Jahre lang verheiratet. "Wenn ich etwa einkaufen ging, blickte ich ständig auf die Uhr, um meinen Mann nicht lange allein zu lassen", schildert Magda Schmitz. "Manchmal war er mir gegenüber mürrisch und sogar aggressiv. Ich dachte oft: ,Das kann doch nicht sein, dass sich ein Mensch in seinem Wesen so verändert'. Aber es lag an der Krankheit", sagt Magda Schmitz.

Kraft und Unterstützung fand sie durch die Caritas. "Nach dem ersten Beratungstermin dachte ich: Jetzt habe ich endlich einen Lichtblick." Das Demenzcafé gab es damals noch nicht, wohl aber die "Atempause"-Betreuung zu Hause. "Mein Mann wartete am Fenster, auf den Besuch. Und der verschaffte mir tatsächlich eine Atempause, ich konnte zum Friseur und Einkaufen und wusste meinen Mann gut aufgehoben. Oder ich konnte einfach mal die Seele baumeln lassen", sagt Magda Schmitz dankbar.

Info
Der "Jakobustreff"
Das neue Demenzcafè "Jakobustreff" in Neukirchen öffnet jeden Mittwoch von 14.00 bis 17.00 Uhr. Um Anmeldung der Besucher bei Beate Müller vom Caritasverband Rhein-Kreis Neuss (0 21 81 / 81 99 36) wird gebeten.
 

Artikel vom 16.10.2009
VON CARSTEN SOMMERFELD


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„Atempause“ für Angehörige: Café für Demenzkranke

Ursula Mordelt, Annelie Clausen und André Kleinen hoffen, dass Demenz kein Tabu Thema bleibt. Foto: jh
Ursula Mordelt, Annelie Clausen und André Kleinen hoffen, dass Demenz kein Tabu Thema bleibt. Foto: jh
NEUKIRCHEN (jh) – Im Herbst soll in der Pfarre St. Jakobus ein neues Projekt starten:
Während Demenzkranke in einem Café gut versorgt sind, können die Angehörigen von der zeitintensiven Pflege abschalten.
Wenn das Gedächtnis nicht mehr will und Kleinigkeiten des Alltags nicht mehr funktionieren, hat meistens die tückische Krankheit Demenz die Finger im Spiel. Stimmt diese Diagnose müssen der Erkrankte und seine Angehörigen ihr Leben komplett umstellen: Permanente Pflege, ein behutsamer Umgang, viel Geduld und Kraft stehen dann auf der Tagesordnung. Die Caritas weiß um die Anstrengung, die das Leben mit einem dementiell Erkrankten mit sich bringt und sie weiß auch, dass es für viele Familien dennoch eine Selbstverständlichkeit ist, die zeitintensive Pflege zu übernehmen.
Aus diesem Grund gibt es das Projekt „Atempause“. Ehrenamtler besuchen regelmäßig Familien und kümmern sich um die Demenzkranken. Die pflegenden Angehörigen haben in dieser Zeit die Gelegenheit, sich um sich selber zu kümmern. Ob ein Stadtbummel, ein Arztbesuch oder die Lektüre eines Buches- was früher selbstverständlich war, kann nur in einer „Atempause“ erledigt werden. Wem die Nähe eines Ehrenamtlers in der eigenen Wohnung zu intensiv ist, der kann auch das Demenzcafé besuchen. Dieses Angebot, das im vergangenen August startete, entwickelte sich im Barbarahaus zu einem wahren Erfolg. Das Modell des „Café Kränzchen“ soll deshalb auch in das ganze Stadtgebiet getragen werden und so nahm die Caritas Kontakt mit dem Pfarrbezirk Neukirchen, Hülchrath, Kapellen, Hemmerden und Wevelinghoven auf. Diakon André Kleinen und Pastor Theo Lorenz waren sofort angetan von der Idee. Die optimalen Räumlichkeiten fanden sich schnell in Neukirchen, denn dort ist eine große Küche vorhanden, der Saal und das Außengelände laden zum Verweilen ein und auch die Sanitäranlagen sind behindertengerecht ausgestattet. Leider ist Demenz immer noch ein Tabu-Thema. Doch die Ehrenamtlerinnen Ursula Mordelt und Annelie Clausen sind überzeugt, dass Initiativen wie das Demenzcafé für mehr Aufklärung sorgen: „Demenz ist normal, sie kann jeden treffen, deshalb sollte sie nicht tot geschwiegen werden.“
Im Demenzcafé wird natürlich Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, aber auch das Spiel, Spaziergänge, Gesang und Erinnerungen haben ihren festen Platz. Sogar Ausflüge standen schon auf dem Programm. Um das neue Café in Neukirchen realisieren zu können, ist die Caritas noch auf der Suche nach Ehrenamtlern, die sich um die dementiell Erkrankten kümmern. Der zeitliche Umfang ist abhängig von dem, was die Freiwilligen leisten wollen: Nur Fahrdienst, Öffentlichkeitsarbeit, Aufräumen oder das „Rund-um-Paket“ bei den Treffen. Jeder kann sich nach den eigenen Begabungen und Vorstellungen einbringen. Einzig eine Fortbildung über zehn Abende ist Pflicht für die Betreuung und den Umgang mit den Cafébesuchern. Starten soll das Café im Herbst. Wer sich für eine ehrenamtliche Zusammenarbeit mit der Caritas interessiert oder seinem Angehörigen die fröhlichen Stunden in der Geselligkeit ermöglichen möchte, kann sich an Ursula Mordelt unter Tel. 4 50 41 wenden.

Artikel vom 04.06.2009
Lokal Anzeiger Grevenbroich


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"Jetzt sind es fünf Pfarreien"

Wevelinghoven Gestern Nachmittag stellte sich das Seelsorgeteam des Pfarrverbandes Niedererft den Messebesuchern von St. Martinus vor. Der Grund: Wevelinghoven gehört ab sofort offiziell dem Pfarrverband an, zu dem außerdem St. Mauri in Hemmerden, St. Sebastianus in Hülchrath, St. Clemens in Kapellen und St. Jakobus in Neukirchen gehören. Doch das ist nicht die einzige Neuigkeit, die das "alte" Team - bestehend aus Pfarrer Heinz- Theo Lorenz, Diakon Andre Kleinen und den Gemeindereferentinnen Maria Moormann und Ulla Stollenwerk zu verkünden hatte.
So ist durch den Zusammenschluss der Pfarreien ein neues -aber kein unbekanntes – Gesicht zum Seelsorgeteam gekommen. Pater Basilius Ullmann aus dem Kloster Langwaden unterstützt ab sofort Pfarrer Heinz- Theo Lorenz bei allen Angelegenheiten, die den Pfarrverband Niedererft betreffen. “Wir werden uns künftig auch bei den Messen abwechseln", erklärt Heinz Theo Lorenz, der jetzt für fünf Pfarreien zuständig ist. Wevelinghoven - mit rund 5000 Katholiken - ist durch die Pensionierung von Pastor Gerhard Kullmann zum Pfarrverband hinzugekommen. "In den heutigen Zeiten ist es selten, dass eine Pfarrgemeinde noch einen eigenen Pastor hat. Da es immer weniger Priester gibt, hat Köln diese Lösung für Wevelinghoven gefunden", sagt Lorenz. Und mit dieser Lösung werden auch Änderungen auf die Wevelinghovener zukommen. "Es ist natürlich eine große Umstellung für die Gemeinde, nicht mehr selbstständig zu sein", weiß der 62-Jährige. So wird es künftig anstatt von zwei Wochenend- Messen eine geben. "Außerdem werden einige Zuständigkeiten, wie die Vorbereitung auf die Erstkommunion und Firmung zusammen gelegt werden", erklärt Pfarrer Lorenz, der mittelfristig auch nach Wevelinghoven umziehen wird. "Das wird aber erst aktuell, wenn das Pfarrheim renoviert wurde. Und das kann noch etwas dauern."
Gleich bleiben soll auch künftig die Arbeit der Gremien (Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat) der Vereine und der ehrenamtlichen Helfer in Wevelinghoven.

Artikel vom 22.09.2008

Margarethe Pluta


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"Kontakt zu den Menschen"

Foto: NGZ / M. Reuter
Foto: NGZ / M. Reuter
Neukirchen (S.M.) Spielt das Wetter mit, dann wird der Gottesdienst heute um 18 Uhr im Pfarrgarten gefeiert. Nicht nur die Mitglieder der Pfarrei St.Jakobus, sondern aus dem gesamten Pfarrverband Niedererft werden erwartet, um Pastor Heinz Theo Lorenz zum 60. Geburtstag zu gratulieren. Während die Kirchenchöre der Gemeinden den musikalischen Part der Messe bestreiten, bringt anschließend das Tambourkorps "Rheinklänge" dem beliebten Geistlichen ein Ständchen.

Der gebürtige Neusser Heinz Theo Lorenz ist seit 1984 Pfarrer von St. Jakobus sowie der Hülchrather Gemeinde St. Sebastianus. Nach dem Theologie-Studium in Bonn wurde er 1975 vom damaligen Erzbischof Joseph Kardinal Höffner im Kölner Dom zum Priester geweiht. Ehe er seine Pfarrstelle in Grevenbroich antrat, war Heinz Theo Lorenz als Kaplan in den Düsseldorfer Stadtteilen Wersten und Bilk tätig. Seit dem Jahr 2000 ist er auch Pfarrer von Sankt Mauri in Hemmerden und der Kapellener Gemeinde St. Clemens. Wichtige Stationen seiner Zeit als Pfarrer waren sicherlich der 1988 erfolgte Neubau des Pfarrheims und die vor einigen Jahren erfolgte Renovierung der Pfarrkirche St. Jakobus. Wesentlicher ist für Heinz Theo Lorenz jedoch "der regelmäßige Umgang mit den Menschen." Während das "Werden und Wachsen des Pfarrverbands die stärkste Herausforderung für Gegenwart und Zukunft" sei, gelte es auch darauf zu achten, "nicht die Bodenhaftung zu verlieren."

Keinen Zweifel lässt Heinz Theo Lorenz daran, dass "der direkte Kontakt zu den Leuten" nicht zuletzt auch zu den Jugendlichen und Kindern der Pfarrgemeinden für ihn an oberster Stelle steht. Nach seinem Lieblingsvers in der Bibel befragt, zögert er nur einen Moment: "Psalm 23 - Der Herr ist mein Hirte - gebrauche ich häufig", sagt das "Geburtstagskind". Angesichts des im Erzbistum Köln umzusetzenden Programms "Zukunft heute" werde das "Netz der Ehrenamtler stark strapaziert." In den Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten engagierten sich "tolle Gläubige", doch auf diejenigen, die in Verwaltungs- und Finanzfragen berufliche Kompetenzen mitbrächten, "kommt eine Menge zu", sagt Pastor Lorenz.

Damit einher geht auch ein gewisser Wandel seiner Funktion. Sei früher "der Pastor der Chef vom Kirchenvorstand" gewesen, spiele er heute die Rolle des "Moderators". Abgesehen von seiner Tätigkeit als Pfarrer von vier Gemeinden, nimmt er bei den Hülchrather und Hemmerdener St.- Sebastianus- Schützen auch das Amt des Präses war. Seit Ende 2005 ist Lorenz zudem Präses des Bezirks Grevenbroich im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Angesichts seines umfangreichen Tagespensums ist er bestrebt, seinen freien Tag pro Woche auch frei zu halten, was natürlich "nicht immer gelingt." Entspannung sucht er beim Wandern am Niederrhein oder in der Eifel. Im Urlaub sind Bayern und die sächsische Schweiz seine liebsten Ziele. Beim Gottesdienst heute Abend wird auch sein evangelischer Kollege Pfarrer Thomas Winkler teilnehmen. Anschließend sorgen die Mitglieder der Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte für die Bewirtung der Gäste mit Gulaschsuppe.

Artikel vom 8.07.2006 (NGZ)


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Kreuz auf Grundstück der Familie Hösen neu eingeweiht

Das alte Hülchrather Wegekreuz von 1735 hat seinen dritten und wohl endgültigen Standort gefunden: Pastor Heinz-Theo Lorenz weihte am Sonntag das 268 Jahre alte Denkmal auf dem Grundstück der Familie Hösen neu ein. Zuvor war das Kreuz fachgerecht vom Steinmetz Robert Beerscht saniert worden. 
NGZ-Foto: H. Jazyk 

Das alte Hülchrather Wegekreuz von 1735 hat seinen dritten und wohl endgültigen Standort gefunden: Pastor Heinz-Theo Lorenz weihte am Sonntag das 268 Jahre alte Denkmal auf dem Grundstück der Familie Hösen neu ein. Zuvor war das Kreuz fachgerecht vom Steinmetz Robert Beerscht saniert worden. NGZ-Foto: H. Jazyk
Neuer Platz für 268 Jahre altes Kreuz Der Überlieferung nach wurde es im Jahr 1735 errichtet, als Dank der Hülchrather Bevölkerung an Gott: Das Wegekreuz, das nun seinen dritten und wohl endgültigen Platz im Dorf gefunden hat. Anno 1735 wurde die Hülchrather Kapelle gebaut und nach erfolgreicher Arbeit errichteten die Gläubigen das Wegekreuz, das zunächst auf der Kreuzung zwischen Hülchrath und Neukirchen aufgestellt wurde.

Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen brachten die Dorfbewohner das Kreuz dann auf einen angrenzenden Parkplatz, wo es jedoch nicht zur Geltung kam. Nun steht das frisch restaurierte Kreuz am Jägerhof und wurde gestern im Anschluss an einen Erntedankgottesdienst auf dem Hof neu eingeweiht. "Dieses Wegekreuz ist ein Zeichen, dass Gott kein Feiertagsgott ist, der hinter verschlossenen Türen gefeiert wird, sondern ein Gott, der uns im Alltag und hier buchstäblich auf der Straße begegnet", so Pfarrer Heinz-Theo Lorenz. "Denn der christliche Glaube muss ein Glaube zum Anfassen sein." Was lange währt wird endlich gut", mit diesem Sprichwort kommentierte Lorenz die von vielen Hülchrathern lang erwartete Aufstellung des Kreuzes an seinem neuen Standort. Mit Hilfe vieler meist privater Spender konnte eine Restauration des mehr als 250 Jahre alten Wegekreuzes ermöglicht werden. "Ich habe den jetzigen Zustand konserviert", erklärt Steinmetz Robert Beerscht. Er weiß: "Das Kreuz besteht aus zwei unterschiedlichen Materialien. Zum einen aus Trachyt, einem Vulkangestein, das am Drachenfels in der Eifel gefunden wird, und aus Muschelkalk." Mit letzterem wurden in den 1950er Jahren bereits einige Teile des Kreuzes ausgetauscht. "Außerdem hat man da einiges verändert, zum Beispiel auf einen Engelskopf verzichtet", erklärt der Bildhauer.

Eine noch deutlich zu erkennende goldene Inschrift auf dem Sockel des Kreuzes erklärt auf Latein, wer das Wegekreuz aus welchem Grund stiftete: "Die Stadt Hülchrath hat mit Bitte an Gott diesen Stein errichtet", so eine sinngemäße Übersetzung. Auch die Jahreszahl 1735 findet sich auf dem Kreuz wieder. Pfarrer Lorenz ist froh, dass das Kreuz einen neuen Standort gefunden hat: "An seinem ursprünglichen Platz auf der Kreuzung stand es buchstäblich dort, wo sich die Straßen aus Hülchrath und Neukirchen begegnen." Doch mit der Zeit sei dieser Ort ungünstig geworden: "Als der Verkehr immer mehr zunahm, brachte man es auf den Parkplatz direkt an der Kreuzung", erinnert sich Lorenz. "Dort war es aber sehr versteckt und unscheinbar. Wir haben einen Ort gesucht, an dem das Kreuz nicht zu übersehen ist." Fündig wurden die Hülchrather dann bei der Familie Hösen, die ein Stück ihrer an der Straße gelegenen Rasenfläche spendierte. "Der Glaube unserer Vorfahren hat dieses Kreuz geschaffen. Uns ist aufgegeben, es zu erhalten als Erinnerungszeichen und als Wegweiser", so Lorenz. "Ich denke, wir haben den richtigen Platz gefunden."

Artikel vom 6.10.2003 - NGZ



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Pfarre ist nun "online"

Neukirchen. Die Pfarrgemeinde St. Jakobus ist jetzt "online"  und mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten. Die Seite wurde gestaltet von Johannes Hinzen und Wilfried Brinkmann und ist unter der Adresse www.Jakobus-Neukirchen.de zufinden.
Ein gutes Dutzend Links führen zu eingehenden Informationen über den Pfarrgemeinderat oder den Kirchenvorstand, den Kindergarten sowie die Jugendarbeit und den Pfarr-Cäcilienchor. Die Pfarrbücherei mit einem auf den neuesten Stand gebrachten Sortiment soll in der nächsten Zeit mit einem Verzeichnis der vorhandenen Titel auf der Website erscheinen. Die Gottesdienstordnungen für Neukirchen und Hülchrath, der Plan für die Messdiener sowie die Termine der einzelnen Interessengruppen können in einer übersichtlichen Anordnung abgerufen werden. 
Die Caritas und die Frauengemeinschaft bieten ihre Dienste und Programme an. Die Jugendarbeit und der Bereich "Junge Familie" nehmen eine breite Palette ein. Wer daran interessiert ist, kann die Namen und Anschriften der gewählten und ehrenamtlich tätigen Vertreter in Erfahrung bringen, so dass eine Kontaktaufnahme - sei es telefonisch oder per E-Mail- problemlos erfolgen kann.
Gleichzeitig sind die Neukirchener dazu aufgerufen, aktiv an der Gestaltung dieser Seite mitzuwirken. Wünsche und Anregungen werden erwartet und sollen im Bereich des Möglichen berücksichtigt werden. Kontaktadresse ist das Pfarramt; je nach Aktualität wird das Informations-Material wöchentlich oder monatlich ergänzt.



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Wieder Jugendarbeit in Neukirchen

Der Pfarrgemeinderat von St. Jakobus möchte die Jugendarbeit in Neukirchen wieder beleben. Reinald Bürger, Hans-Winand Stübben, Karin Müller, Thomas Stenbrock und Wilfried Brinkmann waren in der Vorbereitungsphase rege tätig, um die Voraussetzungen zu schaffen.

Die Veranstaltungsräume am Pfarrheim wurden in der jüngsten Vergangenheit renoviert und in einen Zustand versetzt, dass sich die Jugendlichen aus Neukirchen und Umgebung dort in naher Zukunft wohl fühlen können. Unterstützt wird die Arbeit von Pfarrer Heinz-Theo Lorenz und dem Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Johannes Kreuels.

Am kommenden Mittwoch, 20. Februar, 16 Uhr, treffen sich interessierte Kids im Alter zwischen acht und 14 Jahren erstmals wieder im Jugendheim von St. Jakobus. Die Eröffnungsveranstaltung steht - wie auch alle weiteren Aktionen - unter dem Motto "Treffpunkt Teestube". Damit wollen die Neukirchener an die bewährten Veranstaltungen unter dem gleichen Titel anknüpfen. Tischtennis, Dart, Billard, Kicker und verschiedene Gesellschaftsspiele stehen dann wieder für die Jugendlichen aus Neukirchen, Speck, Wehl und Gubisrath bereit. Ein verantwortungsbewusstes Betreuer-Team wird ebenfalls vor Ort sein.



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Heinz Theo Lorenz feierte silbernes Priesterjubiläum

Foto: W.Brinkmann Foto: W.Brinkmann
Priesterjubiläum im Pfarrgarten  
Neukirchen.
Bei wunderschönem Frühsommerwetter bildete der Pfarrgarten die geeignete Kulisse für das Priesterjubiläum von Pfarrer Heinz Theo Lorenz. Die Festmesse hatte der Liturgiekreis unter Leitung der Gemeindereferentin Maria Moormann zusammengestellt.
Anschließend wurde so manches Präsent übergeben, und das, obwohl der Silber-Jubilar je eigentlich nur die Aktion "Schützen helfen Pskow" unterstützt haben wollte. Zur Messe war eine beachtliche Schar von Gläubigen gekommen - wer kein schattiges Plätzchen erwischt hatte, wäre wahrscheinlich lieber in der angenehm kühlen Kirche gewesen.
Für ein festliches Bild unter freiem Himmel sorgten die Messdiener in ihren Gewändern, aber auch Fahnenabordnungen der Schützen. Das Motto des Gottesdienstes lautete "Ein guter Weg". Heinz Theo Lorenz gestand ein, schon ein wenig aufgeregt zu sein. Der 54 Jahre alte gebürtige Neusser probiert gern neue Wege aus - einige ließen die Pfarrgemeinderats-Mitglieder Revue passieren. Sie stellten übereinstimmend fest: Die Wege, die man gemeinsam ging, haben sich gelohnt, die Gemeinde ist eine große Familie.

Der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Johannes Kreuels dankte dem Jubilar, der zuvor in Düsseldorf als Kaplan gewirkt hatte, für die geleistete Arbeit, für die kindgerechte Gestaltung der Familien- und Schulgottesdienste sowie Krabbelmessen, für die Sondergottesdienste bei Familienfeiern, für die Hinführung und Vorbereitung zum Empfang der Sakramente und nicht zuletzt für die Unterstützung der pfarrlichen Vereine und Gruppierungen. Kreuels charakterisierte den Pfarrer als Weggefährten, als "Hirte, der den Weg vorangeht". Er wies auf die Belastungen hin, die auf den Jubilar zukommen werden: "In wenigen Wochen werden Sie neben der Leitung von St. Jakobus und St. Sebastianus auch noch Pfarrer von St. Clemens Kapellen und St. Mauri Hemmerden. Überforderung wird mehr als offensichtlich. Mitsorge der Laien ist dringend notwendig."Er überreichte ein Rosenbäumchen als kleines Dankeschön.
Dechant Franz-Josef Freericks lobte, das verständnisvolle Herz" des Jubilars, als Vertreter der evangelischen Kirche lobte Pfarrer Thomas Winkler das gute und gedeihliche Zusammenleben - Heinz Theo Lorenz sei ein Priester, dem die gesamte Kirche am Herzen liege. Franz Wingerath, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, überreichte zwei Urkunden: Einmal die Ernennung zum Stadtpfarrer und zusätzlich (als humorvolle Beigabe) die Bestätigung dieser Urkunde durch Erzbischof Clemens August, dessen 300. Geburtstag unlängst gefeiert wurde.Wingerath gestand augenzwinkernd, es sei gar nicht so leicht gewesen, jemandem eine Freude zu bereiten, der schon fast alles habe: Ein schönes Pfarrhaus, zwei harmonische Gemeinden, eine Gemeindereferentin - und der "lammfromme Kaplan" komme auch bald. Die Fahnenkompanie des Schützenvereins hatte ein neues Gewand als Geschenk mitgebracht. Kinder des Katholischen Kindergartens hatten einen kleinen Auftritt vorbereitet. Stehvermögen bewiesen die Mitglieder der beiden Chöre sowie des Kinderchores, die mit ihren Liedern die Festmesse entscheidend mitprägten.
barni

Artikel vom 20.06.2000 (NGZ)


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Pastor Heinz-Theo Lorenz übernimmt neue Aufgaben

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Ein Pfarrer für vier Gemeinden
Samstag Abend wird Pastor Franz-Josef Pütz (69) im Rahmen einer Festmesse feierlich aus seinem Dienst verabschiedet. Damit kommen neue Aufgaben auf seinen Amtskollegen Heinz-Theo Lorenz zu. Denn der Pfarrer für die Gemeinden Neukirchen und Hülchrath wird zusätzlich noch die Seelsorgebereiche Kapellen und Hemmerden übernehmen und hat damit rund 9.000 Seelen zu betreuen. Doch der 54-jährige gebürtige Neusser sieht dieser Aufgabe gelassen entgegen. Denn er vertraut auf ein neues Team, das ihn künftig tatkräftig unterstützen wird.

"Jakob Lorenz 1 x klingeln. Heinz-Theo Lorenz 2 x klingeln" steht auf der Schelle des Neukirchener Pfarrhauses. Wer daraus schließt, dass der Pastor etwa mit seinem Bruder das schmucke, mit vielen Blumen verzierte Domizil bewohnt, irrt sich gewaltig. Denn jener Jakob Lorenz ist niemand anderes als ein fuchsroter Kater, der - wie sich am gut genährten Zustand erkennen lässt - liebevoll umsorgt wird. Das Klingel-Schild zeugt vom Humor des beliebten Pastors, der vor 16 Jahren nach Neukirchen kam, und der sich nun in rheinischer Gelassenheit auf weitere Aufgaben vorbereitet.

Denn nachdem Pfarrer Franz-Josef Pütz heute aus Altersgründen aus seinem Dienst ausscheidet, wird Heinz-Theo Lorenz neben den Pfarren St. Jakobus der Ältere Neukirchen und St. Sebastianus Hülchrath auch die Gemeinden St. Clemens Kapellen und St. Mauri Hemmerden seelsorgerisch betreuen. "Diese Entwicklung kam für mich nicht überraschend", gibt der 54-jährige zu. Denn die Personalplanung des Erzbistums steht schon seit geraumer Zeit fest - und sie sieht bis zum Jahr 2010 lediglich zwei Pfarrer für den gesamten Seelsorgebereich vor, zu dem auch St. Martinus Wevelinghoven (Pfarrer Gerhard Kullmann) zählt. Der Grund: Priestermangel.

Ganz alleine auf weiter Flur - immerhin ist die Hemmerdener Mauri-Kirche auf dem kürzesten Weg exakt neun Kilometer von St. Jakobus Neukirchen entfernt - wird Heinz-Theo Lorenz jedoch nicht stehen. Denn unterstützt wird er vom neuen Kaplan Bruno Nebel (37), der zuletzt geistlicher Leiter der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) mit Sitz in Köln war. Er wird mit Schwerpunkt in Hemmerden und Kapellen eingesetzt und möchte künftig vor allem im Jugendbereich Akzente setzen. "Dort sehen wir Defizite, die ausgeräumt werden sollen", betont Pfarrer Lorenz.

Zum Seelsorge-Team gehört außerdem Diakon Klaus Roginger (38), der in Hemmerden längst kein Unbekannter mehr ist. Neu kommt die Pastoralreferentin Andrea Tigges (34) hinzu. Sie war zuletzt in den Neusser Pfarren Heilig Geist und Christkönig tätig und wird künftig in der Kapellener Clemens-Pfarre eingesetzt. Für die Neukirchener und Hülchrather wird sich nichts ändern: Pastor Heinz-Theo Lorenz bleibt weiterhin im Pfarrhaus von St. Jakobus: "Das heißt aber nicht, dass mich die Kapellener und Hemmerdener nicht zu sehen bekommen", meint der 54-Jährige.

Vor allem die Sitzungen der Gremien - Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat - wird er regelmäßig besuchen, was für ihn jedoch in Zukunft "einen intensiveren Blick in den Terminkalender" bedeuten wird. Was dem Geistlichen besonders am Herzen liegt, ist das "Wir-Gefühl": "Jede Pfarre im Bezirk ist selbständig, aber eine Zusammenarbeit ist wichtig. Dieses Bewusstsein muss wachsen." Das neue Team hat bereits zwei Termine im Visier, an denen sich die Mitarbeiter in den Gemeinden im Rahmen von Gottesdiensten und Empfängen vorstellen werden: In Hemmerden ist der 17. September, in Kapellen der 24. September vorgemerkt.

Artikel vom 11.08.2000
Von Wiljo Piel


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Seelsorgeteam formulierte Wünsche für die Zukunft

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Weitsicht, Hoffnung, Neugier und Kontakt
Hemmerden. Das neue Team des Seelsorgebereiches C "Niedererft" stellte sich jetzt in der Gemeinde St. Mauri, Hemmerden, vor. Dechant Franz-Josef Freericks überreichte den Geistlichen der Gemeinden Neukirchen, Wevelinghoven, Kapellen, Hemmerden und Hülchrath Paddel. Die Festmesse hatte ein Schiff als Symbol für das gemeinsame Leben der fünf Pfarreien zum Thema. Standartenträger der Schützenbruderschaft, Schützen in ihren Uniformen und Pfarrangehörige aller Generationen waren der Einladung der katholischen Kirchengemeinde gefolgt.

Die oben genannten fünf Pfarrgemeinden bilden auf Grund kleiner werdender Gemeinden und des geringen Priesternachwuchses einen Seelsorgebereich, der eventuell in einen Pfarrverband münden wird. Gemeinsam zelebrierten Diakon Klaus Roginger, Kaplan Bruno Nebel, Pastor Heinz Theo Lorenz und Pastor Gerhard Kullmann die heilige Messe. Die Gemeindereferentinnen Maria Moormann und Andreas Tigges nannten die Anfangsbuchstaben jeder Gemeinde und verbanden diese mit ihren Wünschen für die gemeinsame Zukunft. Das W von Wevelinghoven steht für Wagnis, Wohlwollen und Weitsicht. Das N von Neukirchen symbolisiere Nahbereich und Neugier. H wie Hülchrath vertritt die Hoffnung.

K wie Kapellen übernimmt die Bereiche Kirche, Kontakt und Kommunikation. Und H wie Hemmerden ist für das Hören auf alle, Halt-Geben und Hände-Reichen verantwortlich. Diakon Klaus Roginger berichtete von Veränderungen in der Hemmerdener Gemeinde. Viele Pfarrangehörige fragten sich, ob die heilige Messe bestehen bleibe und ob sie als selbständige Pfarrgemeinde weiter existierten oder "geschluckt" würden. Er forderte die Gemeindemitglieder auf, das Positive eines Seelsorge-Teams zu sehen: Jede Gemeinde könne die Fähigkeit von sechs Menschen nutzen und von unterschiedlichen Schwerpunkten profitieren. Die Zusammenarbeit fängt nicht bei Null an.

Die Vertreter der Pfarrgemeinderäte treffen sich bereits seit einigen Jahren. Es gibt gemeinsame Messdienertage, Mitarbeitergottesdienste und Pfarrbriefe. Was noch fehlt, ist ein gemeinsamer Name. Er soll die erfolgreiche Kooperation dokumentieren und die nüchterne Bezeichnung "Seelsorgebereich C Niedererft" ersetzen.

Artikel vom 18.09.2000 (NGZ)


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Abschied von St. Annemie

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Für 1,3 Millionen Mark wurde die Jakobus-Kirche renoviert.
Da das Gotteshaus den Neukirchenern in den vergangenen Monaten nicht zur Verfügung stand, feierten sie ihre Messen im Saal der Gaststätte Wirtz. Am Samstag verabschiedeten sich die Christen um Pastor Lorenz von ihrer Asylkirche, die in Anlehnung an die Gastwirtin liebevoll den Namen' "St. Annemie" erhielt.

Auf dem Weg zur sonntäglichen Messe wurden die Neukirchener Christen in den vergangenen fünf Monaten oft vom Duft von Schnitzel und Pommes Frites begleitet. Im Kirchenraum stand die Muttergottes nicht auf einem Altärchen, sondern auf einer Theke und der Tabernakel auf einem Stehtisch. Pfarrer Heinz-Theo Lorenz erklärt den Grund: „Ab Anfang November konnten in der St. Jakobus-Kirche wegen der fortschreitenden Renovierung keine Gottesdienste mehr gefeiert werden", erklärte Pfarrer Heinz-Theo Lorenz und meinte: "Die Seitenschiffe und das Hauptschiff waren nur noch bedingt zu nutzen“.

Idee während der Messe
Da fiel mein Blick bei einer Messe zufällig auf Frau Wirtz, und ich dachte: „Das ist die Lösung. Denn Annemarie Wirtz besitzt nicht nur eine Gaststätte in unmittelbarer Nähe des Gotteshauses, sondern auch einen großen Saal der früher als das Bürgerhaus von Neukirchen genutzt wurde, jetzt aber seit längerem leer steht."
Kurzerhand zog die gesamte Gemeinde für ihre Gottesdienste in den Gaststättensaal um und feierte dort nicht nur Weihnachten und das Dreikönigsfest, sondern auch Taufen und Goldene Hochzeiten. "Natürlich hatten wir erst Bedenken, wie dieser Raum bei der Gemeinde ankommen würde", erinnert sich Lorenz: „Aber das Ergebnis war sehr positiv." Mit vier kleinen Heizöfen wurde der kalte Saal auf erträgliche Temperaturen aufgewärmt, ein Altar auf die Bühne gestellt, die Theke mit Kerzen geschmückt - und schon konnten die Gottesdienste in "St. Annemie" - augenzwinkernd benannt nach Annemarie Wirtz - fortgesetzt werden. Bei sehr festlichen Angelegenheiten stand allerdings die Hülchrather Pfarrkirche zur Verfügung.

Große Risse vom Erdbeben
Bereits im Sommer des vergangenen Jahres wurde mit der Sanierung von St. Jakobus begonnen: Das Dach war undicht, da es in der Nachkriegszeit wegen Materialmangel nur unzureichend ausgebessert worden war. Ursprünglich sollten nur diese Stellen saniert, die Außenziegel renoviert und die feuchten Wände in einem Seitenschiff trockengelegt werden; Doch als die Arbeiten begannen, zeigte sich erst, wie sanierungsbedürftig das Gotteshaus ist. "Es wurden durchgehende Risse im Gewölbe des Hauptschiffs entdeckt, vermutlich stammen sie von dem Erdbeben", erzählte Pfarrer Lorenz. So musste das Gebäude komplett auf Vordermann gebracht werden.

Die Kirche wurde nachgemauert und neu verputzt, wobei der Dachfirst um zwei bis drei Meter angehoben und unter der Anleitung von künstlerischen Beratern weitere Änderungen vorgenommen wurden. Sie lassen St. Jakobus auch von außen wieder eindrucksvoll aussehen. Das Flachdach der Sakristei wurde durch ein den Türmchen der Kirche angepasstes Zeltdach aus Schieferziegeln ersetzt, und die Außenanlage soll in den nächsten Wochen neu bepflanzt werden. Der Innenraum der ursprünglich romanischen Kirche wurde neu gestrichen, die Fenster neu verbleit und geputzt.

Kosten: 1,3 Millionen Mark
Die Gesamtsanierung von St. Jakobus hat rund 1,3 Millionen Mark gekostet.
Davon übernimmt die Pfarre 230 000 Mark, den Rest zahlt das Erzbistum Köln.


Seit Samstag können die Neukirchener ihre Messen wieder in ihrer frisch renovierten Kirche feiern. Um sich jedoch auch gebührend von ihrer Asylkirche "St. Annemie" zu verabschieden, begann der Gottesdienst am Samstag erst in dem Gaststättensaal mit einigen Liedern, Gebeten und einem Blumenstrauß für die gastfreundliche Wirtin, bevor die Gemeinde geschlossen in die Kirche hinüberwechselte.

Artikel vom 24.2.1997
PeS (NGZ)


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Ist „Jakobus“ zu Kanonen eingeschmolzen worden?

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Zwei Glocken von Sankt Jakobus stammen aus dem 15. Jahrhundert

Schon immer hat der Mensch ein unbeschreibliches Verlangen gehabt, etwas über die Lebensweise und Bauwerke seiner Ahnen in Erfahrung zu bringen. Dabei stieß er aber immer wieder auf Rätsel, die bis heute nicht zu lösen waren. Über die Pyramiden in Ägypten streiten sich noch heute die Experten, wie es möglich war, riesige Steinblöcke zu diesen gewaltigen Bauwerken aufzuschichten. Allerdings ganz so schwer liegt das Problem bei einer Kirche auf der Gemarkung Neukirchen nicht, denn hier vermuten die Fachmänner, dass sie im 11. Jahrhundert nach Christi Geburt erbaut wurde.

Doch hundertprozentig will sich da niemand festlegen. "So ganz genau weiß das aber niemand, denn die Dokumente aus jener Zeit sind sehr spärlich", erläutert Pastor Heinz Lorenz, der für den Kurier in den Archiven von Sankt Jakobus suchte, um Informationen über die sechs Glocken der katholischen Gemeinde zu Tage zu fördern. "Die ersten zwei Glocken stammen aus dem 15. Jahrhundert genauer gesagt aus dem Jahre 1429", weiß der Pfarrer zu berichten, "während die eine Glocke mit dem Namen Jakobus im ersten Weltkrieg von der Wehrmacht eingezogen wurde, hängt die 800 Kilogramm schwere Glocke Maria auch heute noch im Turm der Kirche." Ob Jakobus zu Kanonen oder anderem Kriegsgerät verarbeitet worden ist, wie viele Glocken zu jener Zeit, ist ungeklärt. Wo die zentnerschwere Glocke letztendlich gelandet ist, weiß heute keiner mehr. Ihre Spur verlor sich in den Wirren des Krieges.

Schon 1904 bekamen Jakobus und Maria Gesellschaft in Form einer 1350 Kilogramm schweren, ebenfalls bronzenen Glocke, die mit ihrem gewaltigen Ton noch heute weit über Neukirchen hinaus zu hören ist und auch in der Zukunft noch zu hören sein wird. Denn die schweren gusseisernen "Gefährten" werden noch lange vom Turme schallen, wenn wir längst verblichen sind. Der Einbau dieser schweren Glocke war möglich geworden, nachdem der vormals hölzerne Glockenturm im Jahre 1844 durch einen Bau aus Stein abgelöst worden war.

Der neue - steinerne - Glockenturm bot nun die nötige Stabilität, denn schließlich erzeugen die mächtigen Glocken gewaltige Schwingungen, die genau berechnet und mit der Eigenschwingung des Turms austariert werden müssen, um eine Resonanzkatastrophe, die zum Einsturz des Gemäuers führen könnte, zu verhindern. Denn gleiches ist schon des öfteren in der Geschichte des Turmbaus vorgekommen. Die Neukirchener blieben bisher davon verschont.

Im Ersten Weltkrieg verschwand die Jakobusglocke auf Nimmerwiedersehen. Die Neukirchener munkeln, dass sie für die Rüstungsindustrie geopfert und eingeschmolzen wurde. Ob sie letztendlich als Kanonenrohr fungierte, weiß heute keiner mehr. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die verschwundene Jakobusglocke durch zwei Graueisengussglocken ersetzt. Diese Glocken reichten in ihrem Klang aber nicht an ihre bronzenen Geschwister heran, und man entschloss sich 1965 zu ihrer Erneuerung. Zahlreiche Gutachten wurden erstellt und der Glockenklang beurteilt. In einer dieser Schriften heißt es: " Da die Graueisenglocken in ihrem Klangcharakter keinen Anschluss an die alten Bronzeglocken gefunden haben, wäre ihr Einsatz durch Bronzeglocken zur Erzielung eines musikalisch einwandfreien und kirchenwürdigen Geläutes dringend zu wünschen." 1971 wurde der Wunsch Wirklichkeit.

Eine halbe Ewigkeit dauerte der Amtsweg, bis schließlich zwei neue Bronzeglocken im Turm der Jakobus-Kirche zum Geläut ansetzten. 400 beziehungsweise 580 Kilogramm  bereichern seitdem den Turm, dessen Dachgestühl in einem Aufwand ebenfalls erneuert wurde. „Maria heiß ich, alle Dürre vertreib ich. Im Jahre des Herrn 1429", heißt es auf der ältesten Neukirchener Glocke und die Inschriften einer der neuen Glocken beteuert: "Maria wir vertrauen auf Dich in schwerster Zeit." Angeschlagen werden die Glocken durch ein mechanisches Glockenwerk und nur das kleine "Bimchen" im vorderen Teil des Kirchenschiffs wird von der Küsterin Maria Schmitz noch von der Hand  fünf Minuten vor der Messe  geläutet. Die kleine helle Glocke ist die fünfte im Bunde und rundet das Klangbild durch solistische Einlagen ab.

Über das alte Uhrengeschoß, wo die komplizierte alte Uhrenmechanik steht, gelangt man über Eisenleitern in das zweite Geschoß des Turms, wo eine moderne Elektronikuhr heute für die richtige Zeit auf den Zifferblättern am Turm sorgt. Das dritte Geschoss in knapp 30 Meter Höhe ist das Glockengeschoß, welches Pastor Lorenz durch eine kleine Öffnung im Boden erreichen kann.

So läuten die Glocken von Sankt Jakobus denn auch zu jeder Viertel-, halben und vollen Stunde und natürlich vor der Messe, wie es seit Altersher Tradition ist.

Artikel vom 22.2.1989
Mb (Erft Kurier)


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Gottesdienste zu Weihnachten und Neujahr, Niedererft
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Gottesdienste zu Weihnachten in Grevenbroich und Rommerskirchen
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