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Katholische Gemeinde St. Martinus in Grevenbroich-Wevelinghoven

Martinus-Forum für 3,5 Millionen Euro

Pfarrer Meik Schirpenbach, Zimmermann Michael Schmitz sowie die Architekten Frank Röttgen und Andreas Thöni (v.l.) beim Richtfest. Der Neubau mit viel Glas wird an das alte Pastorat angebaut, eine Einheit aus Alt und Neu entsteht. Foto: Tinter, Anja (ati)
Grevenbroich Für ihren Neubau „Martinus-Forum“ feierte die Katholische Gemeinde in Wevelinghoven am Dienstag das Richtfest. Das Pfarrzentrum soll im nächsten Frühjahr fertig sein, noch 2019 wird das Pastorat von 1653 fertig saniert.
Ein Neubau mit viel Licht und Glas direkt neben einem historischen Gebäude von 1653  – dass dieses Wagnis gelingen kann, beweist die Katholische Kirchengemeinde St. Martinus Wevelinghoven. Sie feierte am Dienstag Nachmittag Richtfest für den Neubau des Pfarrzentrums, das mit dem alten  Pastorat  aus dem 16. Jahrheundert und dem bereits sanierten Pfarrhaus künftig eine spannende Einheit bilden wird.  3,5 Millionen Euro kostet das gesamte Vorhaben für das „Martinus-Forum“, an dem seit neun Jahren geplant und gearbeitet wird.

Von einem „Wahnsinnsprojekt“ sprach Meik Schirpenbach, Leitender Pfarrer im Sendungsraum Katholische Kirche Grevenbroich und Rommerskirchen,  im Neubau. Der wird auf 350 Quadratmetern Fläche und zwei Etagen künftig Pfarrsaal, Jugendräume und die Kinderbibliothek beherbergen.  Gemeinde und Architektenteam hätten viel Mut und Offenheit bewiesen, um den Spannungsbogen aus  dem Alten und Neuen zu schaffen, sagte Schirpenbach. „Ich bin stolz darauf, dass wir das alte Pastorat erhalten haben. Es hat Stimmen gegeben, die sagten: ,Fahrt mit dem Bagger dagegen“, doch die Stadt wäre damit ärmer geworden, betonte Schirpenbach nach dem Richtspruch vor vielen Gästen. Zu denen gehörten Bürgermeister Klaus Krützen, Landtagsabgeordnete Heike Troles, Dombaumeister Peter Füssenich und Pater Bruno Robeck, Prior im Kloster Langwaden.

Mut und Offenheit sollen nicht mit der Fertigstellung enden. „Was hier in den Räumen geschehen soll, dazu wollen einiges versuchen, wollen wir experimentieren“, erklärte der Leitende Pfarrer. Bürgermeister Krützen sprach von einem neuen Ort der Begegnung –  „und die ist das, was zählt“. Frank Röttgen von „Röttgen + Thöni Architekten“ blickte auf die ersten Überlegungen 2010 zurück, 150 Bauzeichnungen seien für das Projekt erstellt worden. Der neue Komplex mit Pfarrsaal solle Offenheit symbolisieren, „sich an das Alte anlehnen, aber nicht wegducken“, erläuterte der Architekt.

„Der Neubau soll im März/April kommenden Jahres fertig sein“, kündigte Helmut Coenen vom Pfarrverein St. Martinus an. Der Verein hat bereits rund 60.000 Euro für das neue Inventar im Zentrum zusammengebracht. Seit rund sieben Jahren improvisiert die Gemeinde, seitdem die früheren Räume im  Kruchen-Komplex nebenan nicht mehr zur Verfügung standen. Dort entstand das Seniorenzentrum. „Wir haben den St.-Martinus-Treff genutzt, das Seniorenstift hat uns Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, und die Karnevalsfeiern wurden  nach Neukirchen ausgelagert“, schildert Kerstin Buchholz vom Pfarrverein.

Bereits in diesem Jahr fertig saniert sein soll das Pastorat. Im Rohbau nebenan waren Fotos vom alten Gemäuer vor der Restaurierung zu sehen, Holzbalken stützten das Mauerwerk. Jetzt ist die Erneuerung weit fortgeschritten. Die alten Holzbalken des Dachstuhls sind erhalten geblieben, ebenso die Kölner Decke. Zurzeit restauriert wird der Kamin mit der Jahreszahl 1653.

Der Pfarrverein hat für die Nutzung des historischen Gebäudes ein Konzept vorgelegt, das Haus soll zu einem Kultur-Treffpunkt über die Pfarre hinaus, für alle Wevelinghovener werden. In einem Raum soll das Café Litho entstehen, eine Bibliohek mit heimatgeschichtlicher Literatur, die in den vergangenen 50 Jahren  veröffentlicht wurde. Lesungen, Kunstprojekte und Veranstaltungen mit regional typischen Gerichten gehören ebenso zum Konzept.

Doch noch haben die Handwerker das Sagen. Beim Richtfest verteilte Helmut Coenen Buttons mit Sprüchen, die während der Planungs- und Bauzeit oft zu hören waren: „Das ist schön, aber teuer“, war etwa darauf zu lesen, und „Das kann man aber schlecht putzen“.

Info
Drei Bauwerke bilden künftig eine Einheit
Das neue „Martinus-Forum“ besteht aus einem Ensemble mit drei unterschiedlichen Gebäuden.

  • Das Pfarrhaus ist bereits fertig saniert.
  • Das alte Pastorat, ein Kleinod von 1653, wird zurzeit noch restauriert.
  • Das Pfarrzentrum mit dem Pfarrsaal soll im Frühjahr 2020 fertig gestellt werden.

Kosten des Projekts
Rund 3,5 Millionen Euro, den Großteil trägt das Erzbistum.

NGZ vom 10. Juli 2019
Von Carsten Sommerfeld






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